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Moin. Nach Ostern …

19. April 2022

Ostern: Wir waren unterwegs (Sonderburg, DK -> Fotoblog) und ich höre im Radio einen Kommentar:

Mehr Scholz, weniger von der Leyen, mehr Klitschko, weniger Melnyk, mehr Verstand, weniger Gefühl.

Christoph Schwennicke, NDR

Damit trifft er zurzeit genau meinen Nerv. Jetzt wieder zuhause empfinde ich erst so richtig, wie angenehm wohltuend es war, nicht täglich in unseren Medien mit allen möglichen Meinungen zum Ukrainekrieg konfrontiert zu werden. Und eine Bekannte, die wir in Dänemark trafen und die gerade in Schweden war, erzählt, dass dort nicht so exzessiv über den Krieg in der Ukraine berichtet wird wie bei uns in Deutschland – und trotzdem wüssten alle Bescheid. Ich muss in solchen Momenten stets an Kurt Tucholsky denken.

Auch habe ich Zweifel, ob der medial vermittelte Eindruck so die Stimmung im Land widerspiegelt. Und schon gar nicht in den Sozialen Medien:

Manchmal ist es nach meinem Empfinden doch überraschend, wenn der durch die Medien vermittelte Eindruck durch repräsentative Umfragen nicht bestätigt wird. Wobei Umfragen natürlich mit Vorsicht zu genießen sind. Aber vielleicht wird in unserer Gesellschaft tatsächlich weniger moralisierend der Finger erhoben, gibt es „mehr Verstand und weniger Gefühl“ als in den Medien. Und mit Sicherheit gibt es in anderen europäischen Ländern keinen Ukrainischen Botschafter wie Andrij Melnyk in Berlin, der mit seiner Un-Diplomatie die deutschen Journalisten und Politiker versucht vor sich her zu treiben. Vielleicht ist es ganz gut, dass ihm das zumindest bei unserem Bundeskanzler Olaf Scholz offensichtlich nicht gelingt.

897 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

6 Kommentare leave one →
  1. 19. April 2022 10:39

    Moin, lieber Sven,
    wir sind nun wieder aus den Niederlanden und Deutschland zurück zu Hause. Es ist fein, wieder zu Hause zu sein.
    Die Berichterstattung über die Ukraine in Deutschland entspricht in etwa der in England. Hier wird der Ukraine derart viel Raum gegeben, um von den Skandalen um Johnson abzulenken.
    Mit lieben Grüßen vom sonnigen Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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    • 19. April 2022 19:51

      Das richtige Maß der Berichterstattung der Medien zum Thema Krieg in Europa ist nicht einfach. Aber schlussendlich entscheide ich, wieviel der Masse von Information ich mir täglich „reinziehe“.

      Momentan, das gebe ich ehrlich zu, vertrage ich gar nicht so viel davon, sonst würde mich die Ohnmacht überwältigen. Vielleicht hat sie mich ja schon längst erreicht, weil ich nicht glauben kann, dass Putin solch ein Krieg vom Zaume reißt und sein Volk sogar dahinter steht. Zumindest die meisten der Russen.

      Zur Zeit fahre ich meine „Lauschlappen“ hoch, wenn Nachrichten zur Ukraine einen Hoffnungsschimmer enthalten.

      Ja..Frau von der Leyn ist sehr rege in Sachen Ukraine geworden und von Herrn Scholz höre ich fast gar nix. Manchmal frage ich mich, ob wir überhaupt noch einen Kanzler haben oder ob unser Kanzler eingeschlafen ist 😬😵‍💫😄

      Gefällt 2 Personen

      • 20. April 2022 09:47

        Moin.
        Ja, mit dem „Reinziehen“ geht mir so ähnlich.
        Und ob unser Kanzler „eingeschlafen“ ist? Zumindest gestern Abend war er bei seiner PK „hellwach“ und hat sich und das Regierungshandeln erklärt. In seiner hanseatisch unaufgeregten Art. Nachdem man seinerzeit Kanzlerin Merkel das Verb „merkeln“ zugeschrieben hat, gibt es gleichsam auch eins für Kanzler Scholz: „scholzen“. Er „scholzt“ also und hat das selbst vor einigen Monaten bei Caren Miosga so ausgedrückt:
        „Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht nicht zu denen zu gehören, die jeden Tag eine aufgeregte Meldung weitersagen, teilnehmen an einem Grundrauschen, bei dem nachher keiner mehr weiß, worum es eigentlich geht.“
        Das ist eben so seine Art … und wenn sich die „ampelige“ Regierung nicht selbst zerlegt, werden wir zumindest die nächsten dreieinhalb Jahre damit leben müssen. Persönlich kann ich damit leben, denn gerade in diesen Zeiten ist mir ein „kühler Kopf“ lieber als ein „heißes Herz“. Weil: M. E. geht es um nicht mehr und nicht weniger, als einen 3. Weltkrieg abzuwenden und dabei ist Besonnenheit sicherlich vom Vorteil.
        Viele Grüße nach Rostock! Wir lesen uns.

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    • 20. April 2022 09:27

      Moin Klausbernd.
      Erst einmal viele Grüße, sonnige Grüße, aus Ostholstein.
      Ja, so schön es auch ist unterwegs zu sein, zuhause am Meer ist es dann doch am schönsten. Mir geht das jedenfalls so.
      Tja, „euer“ Boris. In den deutschen Medien kommt er auch nicht gut weg. Genau so wie der eine oder die andere deutsche Politiker*in und ich habe neulich gesagt, wenn alle zurücktreten würden, die nach in den Medien veröffentlichten Meinungen zurücktreten sollten, dann hätte wir bald keine funktionierenden Regierungen mehr. Übertreibe ich? Vielleicht ja, aber die „Vierte Gewalt“ kann schon gewaltig sein.
      Na denn, macht es gut und genießt die Zeit in Cley!

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  2. 21. April 2022 08:43

    Es wird viel berichtet, oft weiß man nicht, was wahr und was unwahr ist. Aber letztlich liegt es ja an uns, was davon wir konsumieren. Ich gebe zu, ich bin so eine Art Nachrichten-Junkie und konsumiere entsprechend viel davon.
    Ach ja, nach Dänemark könnten wir auch mal. Da war ich eine halbe Ewigkeit nicht mehr. Früher konnte ich sogar die Sprache fließend.

    Gefällt 1 Person

    • 23. April 2022 07:17

      Moin.
      Du auch, Nachrichten-Junkie? Ich glaube, ich kannte den Begriff überhaupt nicht, bis mich mein Freund S., ein Journalist, mal so nannte 😉 Öhm, ja, wenn er das sagt 😉
      Als wir die Tage telefonierten und ich „es wird viel berichtet“ beklagte, meinte er, dass mittlerweile fast die ganze Medienlandschaft zum Boulevard mit einem überbordenden Meinungsjournalismus verkommen sei. Ja, dem will ich gar nicht widersprechen.
      Ich sehe das so wie Hegels Dialektik: These – Antithese – Synthese: Heute sagt einer was, morgen sagt einer etwas dagegen – und es findet sich immer einer, der etwas (dagegen) zu sagen hat, und übermorgen gibt es den Kommentar. Oder die „Analyse“.
      Aber es stimmt schon, es liegt letztlich an uns, was wir davon konsumieren. Und wem es auf dem Boulevard zu laut ist, der sollte sich stillere Orte suchen. Ich bin gerade dabei, welche zu finden 😉
      Du kannst dänisch? Toll! Ich hatte nach meinem Umzug hier in den „Echten Norden“ mal überlegt, mir einen Sprachkurs anzutun. Ja aber … 😉 Na ja, und wenn wir gelegentlich in DK sind, meist dann dort im Süden, dort sprechen viele deutsch. Und zur Not hilft englisch.
      So, jetzt will ich dich gleich mal besuchen 😉
      Grüße von der Ostsee

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