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Gerechtigkeit! – Gerechtigkeit? Finstere Gedanken im Wandel des Klimas

10. Oktober 2013.

Eigentlich sollte dies meine Jubiläumsartikel „Nr. 250“ werden, aber dann ist das doch alles so ausgeufert, dass er hier unter „Dit un Dat“ gelandet ist.

Ich lese. So wie beinahe jeden Morgen, Pott Kaffee, online die Süddeutsche, den Spiegel …. Um bei den vielen „bad News“ nicht morgens schon in eine Depression zu verfallen, lande ich meist noch auf der Seite des Postillon

„Satire in the Morningtime is better, then the ganzen Tag gor kein.“

Oder so. Auf alle Fälle lieber die Satire als die aufreißerischen Seiten der Bild oder der neuen Deutschlandausgabe der Huffington Post. Man könnte auch sagen: „Bild 2“.

Zwischendurch die obligatorische Zigarette auf dem Balkon. In diesen Pausen kommt bei mir in den letzten Tagen nach den Berichten über die Flüchtlinge von Lampedusa und den Limburger Bischof Tebartz-van Elst, usw., usw., verstärkt die Frage nach „Gerechtigkeit“ auf. Kann mir mal jemand sagen, was „gerecht“ ist, und was nicht? Heute habe ich mal „schwarz gemalt“ und bitte nicht alles so ganz ernst zu nehmen:

Schwarzmalerei-b600

In einer fernen Zukunft wird die Andromedagalaxie mit unserer Milchstraße kollidieren und das war’s dann mit „Mutter Erde“. Der Letzte macht das Licht aus! Aber noch ist Andromeda „www“, weit, weit, weg. Und bis dahin? Vielleicht gibt es uns Menschen dann sowieso nicht mehr, ist keiner mehr da, der das Licht ausmachen kann. Nach dem jüngsten UNO-Klimareport (*1) und den daraus absehbaren Folgen sind wir Menschen gut dabei, uns selbst abzuschaffen.

Erde-heiß-600

„Eine Warnung kommt von Geologen: Sie haben Indizien gefunden, dass die Ozeane in der letzten Warmzeit vor rund 120.000 Jahren, als es wohl etwa zwei Grad wärmer war als heute, gut fünf Meter höher standen. Sie stützen sich auf versteinerte Korallen an Land. Könnte es also sein, dass der mächtige Eispanzer Grönlands tatsächlich dramatisch schmilzt?“ Foto SPON.de (*1)

Wen interessiert dabei noch, ob sich parallel dazu „Deutschland abschafft“, wie ein gewisser Herr Sarrazin einst meinte in Buchform darlegen zu müssen? Vielleicht wollen wir Deutschen dem nicht gezeugten Nachwuchs nur ersparen, was unausweichlich ist. Das würde wenigstens Platz schaffen für die Flüchtlinge aus Afrika, die heute „im Burggraben der Festung Europa“ ertrinken und das Mittelmeer zu einem Massengrab machen. Ist das der „Krieg“, den der US-Großinvestor Warren Buffett (*2 / *3) meinte (?):

Klassenkrieg-Buffet-b600

Ist das alles „gerecht“? Auf alle Fälle ist es „www“, weit, weit, weg. Zumindest für uns hier im heimeligen Deutschland. Und es geht uns doch gut – mit „mehrheitlichem“ Blick auf die jüngste Bundestagswahl: „Mutti wird’s schon richten“. Muss es uns interessieren, wenn drei Flugstunden entfernt Millionen Flüchtlinge dorthin wollen, wo Millionen Arbeitslose schon die Lunte für eine Sozialexplosion bilden? Oder befinden wir uns bereits im „Klassenkrieg“ – mit dem „Geld als Massenvernichtungswaffe“, wie es Daniel D. Eckert, Autor von „Weltkrieg der Währungen“, beschrieben hat (*4)? Merken wir es hier nur noch nicht so richtig, weil „www“? Oder sind es gar perfide, heimtückische Machenschaften des Kapitals, die „uns restlichen 99 %“ (so „Occupy“ – Demo „damals“ in Hannover) so viel lassen wie nötig, aber nicht viel mehr? Ist es nicht geradezu gewollt, dass wir, vom Sozialneid getrieben, uns selbst argwöhnisch beäugen, ob der verbleibende Rest „gerecht“ verteilt ist? Hat das Kapital überhaupt ein Interesse daran, dass „Gerechtigkeit“ herrscht? Oder wird nicht billigend in Kauf genommen, dass durch unterschiedliche Sichtweisen über die „Gerechtigkeit“ dem Rassismus Vorschub geleistet wird und sich die Menschen gegenseitig bekriegen – getreu dem Motto: „Solange die Menschen sich links und rechts mit sich selbst beschäftigen, greifen sie nicht oben nach dem Kapital!“? Bis auf die eine oder andere Revolution ist das bisher ja auch meist aufgegangen. Und Che Guevara ist tot.

Um nicht missverstanden zu werden: Auch eine Revolution ist selten gewaltfrei, endet meist in einem Bürgerkrieg – und ein Krieg ist nicht „gerecht“ – war es nie, wird es nie sein! Als Humanist plädiere ich für Gewaltfreiheit. Ich weiß aber auch, dass bei aller Toleranz unter- und miteinander die Hilfe des Kapitals nötig ist, um all die Ideen von Menschlichkeit überall zu verwirklichen.

Diese folgenden Zeilen schrieb die Schriftstellerin Leona Siebenschön 1970, vor 43 Jahren, und scheinbar haben sie nichts an Aktualität verloren haben (*5):

„Es dämmert der Verdacht, daß der point of no return (Biologie-Professor Berry Commoner) auf dem ‚selbstmörderischen Kurs‘ zur Selbstzerstörung und Umweltverheerung mit den Mitteln der Wissenschaft allein nicht mehr zu vermeiden ist. Nicht eines der bedrohlichen Weltprobleme, nicht die Sozialexplosionen der mächtigsten Industrienation, nicht das Chaos in den Metropolen, weder die Welternährungskatastrophe noch die Bevölkerungsexplosion scheinen mehr steuerbar. Gleich dem Primitiven in seiner von Dämonen umstellten Welt, sieht sich der zivilisierte Mensch im postindustriellen Zeitalter dem Menetekel ausgeliefert, das er selbst heraufbeschworen hat und nicht mehr bändigen kann. Wie sollte es ihm unter solchen Voraussetzungen gelingen, sich nach eigenem Entwurf auf diesem von Aufruhr und Krisen geplagten Planeten einzurichten, zumal er mit sich selbst so heillos zerstritten ist?“

Haben wir etwas gelernt? Nein, nicht so richtig! Wir machen weiter wie bisher. „Geld regiert die Welt“, wir beuten die Erde aus, streben weiter nach Wachstum, egal auf wessen Kosten …, egal wie „gerecht“ es dabei zugeht, Hauptsache wachsen, wachsen, wachsen. Wie ein Luftballon, den wir aufblasen: größer, größer, größer. BUMM!!!

Erde sterben 500

Irgendwann macht’s BUMM – egal ob es nun der Suizid der Menschheit sein wird, oder Andromeda. Ist ja so oder so noch „www“. Ein Zitat dazu noch von dem Evolutionsbiologen Axel Meyer von der Uni Konstanz (*6):

„Der Homo sapiens … ist viel zu egoistisch und unkooperativ. Die Vorstellung, die Menschheit würde an einem Strang ziehen, um die offensichtliche Zerstörung des Planeten abzuwenden, ist illusorisch. Das zeigen schon die vielen Umwelt- und Klimakonferenzen, die am Ende doch kein nennenswerte Ergebnis erzielen. So zerstört der Mensch weiter seine Lebensgrundlage – und irgendwann sich selbst.“

Cree-Weissagung-b500

Mister Buffett:Only after the last tree has been cut down, only after the last river has been poisoned, only after the last fish has been caught, then will you find that money cannot be eaten.

Tweet-Sixtus-Postillion-b500

In Momenten solcher Gedanken fällt es mir manchmal schwer, den nötigen Humor für solche Satire-Artikel aufzubringen:

CSU fordert Mittelmeerüberquerungsmaut für Nicht-EU-Bürger

Wer möchte, kann den Artikel im Postillon lesen -> SATIREKLICK

Persönlich besser finde ich dann schon diesen Artikel über den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der nach dem Skandal um die astronomischen Baukosten seiner neuen Bischofsresidenz und weiterer Lügen einen neuen Kurs der Offenheit angekündigt hat:

Limburger Bischof lässt Beichtstuhl für 5 Millionen Euro bauen, um dort seine Fehler einzuräumen

Auch diesen Artikel gibt es im Postillon zu lesen -> SATIREKLICK

Und nun, Herr Meier? Viele Zeilen, kein Resümee? Keine oberlehrerhafte Formel, wie die Welt zu retten ist? Keine Forderungen, wer was tun soll und wer was zu lassen hat?

Nein! Dem Versuch werde ich hier nicht erliegen. Ich versuche dann doch lieber weiter alles mit Humor zu nehmen, grüße irgendwann aus dem Nirwana und sage:

„Der Mensch stand im Mittelpunkt, also allem im Weg!“

Ringelnatz_Joachim_Humor_2

(*1) Uno-Bericht: Klimawandel ändert unsere Welt grundlegend – Spiegel.de vom 27.09.2013.

(*2) Original engl.: ”There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” – Warren Buffett im Interview mit Ben Stein – New York Times vom 26.11.2006.

(*3) Bild-Quelle: „Weckruf-Blog“ vom 18.11.2010, der leider seit dem letzten Jahr nicht mehr weckt ….

(*4) Quelle: ntv.de vom 10.04.2011.

(*5) Quelle: Zeit.de, aus dem Archiv – vom 20.11.1970, Nr. 47.

(*6) Quelle: Tagesspiegel.de vom 26.01.2013.

Alles was braun aussieht, ist verlinkt, sollte es jedenfalls sein.

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^.^

7 Kommentare leave one →
  1. 12. Oktober 2013 18:12

    Ein Artikel von meinem Blog-Freund Peter,
    sicherlich auch nicht so ganz ernst zu nehmen, aber irgendwie zu dem hier passend:
    http://www.nerd-o-mania.de/wordpress/blog/2013/10/01/sonntagsgedanken-von-kaffeemaschinen-reinkarnation-himmel-und-angst-vorm-sterben/
    Sinnigerweise hat Peter seinen Artikel 10 Tage vor meinem geschrieben, gelesen habe ich ihn aber erst heute, 2 Tage nach meinem Geschreibsel. Also gewisse Parallelen sind rein zufällig 😉

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  2. 12. Oktober 2013 19:40

    Ja, aber wir ticken ähnlich.. deshalb denken wir auch fast synchron.. also, wenn Du eine Frau wärst.. dann würde ich dich heiraten – endlich mal jemand, mit dem man(n) reden kann.. hehe..
    ach ja, das Ende der Menscheit kann auch bald schon kommen (na sagen wir mal 14 Tagen)- da müssen wir nicht auf Andromeda warten. Da gibt’s einen netten Bericht über Fokushima http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/01/sturm-warnung-in-fukushima-groesste-krise-der-menschheit-droht/ ist schon am 1.10. veröffentlicht worden – also nicht wundern wenn Morgen früh deine Haare ausfallen. Ist nur ein bisschen Radioaktivität..

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