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Hans Roslings „Schimpansen-Test“ (Hitze)

Hitze und geschlossene Fenster …

Weil ich gerade am Klookschietern bin und wir Sommer haben, den zweiten mit viel Hitze in Folge, in diesem Jahr mit neuen Hitzerekorden, möchte ich an dieser Stelle mit ein paar Mythen aufräumen – und halte mich dabei an die Wissenschaft. Tatsächlich geistern Jahr für Jahr die gleichen Meldungen durch die Medien und es nährt sich der Verdacht, dass die Jahr für Jahr ungeprüft neu veröffentlich werden:

a) Hitze verursacht Waldbrände / b) Glasscherben können ein Feuer entfachen / c) Hitze lässt den Wald sterben / d) bei der Hitze Fenster geschlossen halten ….

a) Nein, Hitze verursacht keine Waldbrände, mit Verlaub, Journalisten, die das schreiben, schreiben Blödsinn. Richtig ist, dass heiße Temperaturen plus ausbleibender Regen zur Dürre führen und sich dadurch die Waldbrandgefahr erhöht. Aber auch ein trockener Wald brennt nicht einfach so, sondern es bedarf immer noch einer Zündquelle. Und für die sorgt in der Regel der Mensch durch Unachtsamkeit bis hin zur vorsätzlichen Brandstiftung.

b) Apropos Zündquelle: Ständig wird darauf hingewiesen, keine Glasflaschen im oder am Wald wegzuwerfen, weil Glasscherben durch die Bündelung des Sonnenlichts ein Feuer entfachen können. Die Warnung ist gut, dient jedoch in erster Linie nur der Umwelt. Damit sich trockene Blätter oder Gräser entzünden, braucht es eine Temperatur von weit über 200 Grad. Mit einer Lupe oder einem anderen bikonvexen Glas kann man kann zwar eine geeignete Brennglaswirkung erzielen, aber nicht mit den Glasscherben einer Flasche. In der Literatur gibt es einige wissenschaftliche Tests, aber keiner konnte diesen Mythos bestätigen. Also gilt allein der Umwelt zuliebe, keinen Müll in der Natur entsorgen.

c) Vor einigen Tagen machte eine Meldung aus (konservativen) Politikerkreisen die Runde, die Hitze würde den Wald sterben lassen und wir bräuchten ein Bündnis für den Wald. Na ja, nichts gegen ein Bündnis für den Wald, aber Hitze schadet dem Wald allein nicht. Stressfaktoren für unsere Wälder sind Dürre (siehe a)) und neben Schwefeldioxid und Stickoxiden zu viel Ozon in der Luft – das schadet nicht nur uns Menschen, sondern auch den Pflanzen durch vermindertes Wachstum und größerer Anfälligkeit für Schädlinge. Gegen den mangelnden Regen können wir nichts machen, aber gegen die Luftschadstoffe. Aber die Hitze als Verursacher auszumachen ist natürlich einfacher, als unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Wie wäre es mit Fahrverboten zu bestimmten Zeiten?

d) Hitze und geschlossen Fenster: Eine viel diskutierte Frage, jedoch setzen sich langsam die Wissenschaft durch. Natürlich sind abgedunkelte und geschlossene Fenster sinnvoll, wenn niemand im Raum ist. Auch in großen Räumen mag das noch in Ordnung sein, wenn sich nur wenige Menschen darin aufhalten. Aber in kleinen Wohnungen nicht – ein Fehlverhalten insbesondere bei älteren Menschen: Oma & Opa im kleinen Wohnzimmer und hübsch die Fenster zulassen, damit keine warme Luft reinkommt. Ihr Irrtum: Die Temperatur ist nicht so entscheidend, sondern eher die Luftfeuchte.

  • Über die Atemluft und den Schweiß gibt jeder Mensch bis zu zwei Liter Wasser pro Tag an die Umgebung ab. Das allein erhöht die Luftfeuchte ungemein, ohne dass irgendwelche Aktivitäten mit eingerechnet sind.
  • Desto höher die Luftfeuchte, desto mehr behindert sie die Thermoregulation des Körpers – ab irgendwann ist der Hitzekollaps nicht mehr fern.
  • Also immer wieder die Fenster öffnen und bestenfalls mit einem Ventilator für einen Luftaustausch sorgen: Je mehr sich die Luft bewegt, desto mehr Wärme wird abgeführt, sprich als kühlende Wirkung empfunden, weil der Schweiß besser verdunsten kann.

Keine Angst, vom Luftzug kriegt niemand einen steifen Hals oder so was. Lediglich durch länger anhaltende kalte Zugluft aus Klimaanlagen können sich Muskeln verspannen oder sich bspw. bei Rheumatikern die Gelenke melden. Eine ärztliche Empfehlung lautet deshalb, die Leistung einer Klimaanlage nicht tiefer als 5 Grad der Raumtemperatur einzustellen. Ebenfalls droht beim Luftzug keine Erkältung, denn die ist eine Vireninfektion und Viren werden höchstens durch schlecht gewartete Klimaanlagen in die Luft geschleudert. Der Arzt meines Sohnes einst dazu: „Statt sich an die Ratgeber der Yellow-Press zu halten, sollte jeder lieber seinen gesunden Menschenverstand walten lassen!“ Dazu gehört natürlich bei Hitze genügend zu trinken, sonst folgt eine Dehydration mit den bekannten Folgen.

– Einleitung– Test als Vorgeschmack– Test mit Antworten
– Hitze und geschlossene Fenster …

August 2019 | zurück: Dit un Dat oder Start-Seite (Seite 1)

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