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Warten auf …

15. November 2017

Oslo-Frognerpark-Vigeland-b8… den Nikolaus? Nein, der ist erst in drei Wochen dran. Und auf den warten so wie so eher die Kinder als wir älteren Semester.

Ich jedenfalls warte a) erst einmal auf Freitagmorgen und b) auf besseres Wetter. Zu Letzterem sagt gerade die Wetter-Tante im Radio, dass die Aussichten für die nächsten Tage hier im Norden nicht so toll sind. Über Ersteres hat heute Morgen bereits der Nachrichten-Onkel doziert: „Bei den Sondierungsgesprächen für ein schwarz-gelb-grünes Regierungsbündnis sind die Vorbereitungen für das entscheidende Treffen am Donnerstag ins Stocken geraten.“

Ah ha. Mit anderen Worten: „Die Aussichten für Jamaika sind nicht so toll, sind wie beim Wetter in SH mies: Mit Niederschlag ist zu rechnen.“ Rechne ich damit? Weiß ich nicht. Mittlerweile ist mir egal, wer uns regiert, sondern wichtiger ist für mich, wie wir regiert werden.

Unser Robert Habeck aus SH hat das so ausgedrückt:  „Die Grünen verhandelten nicht nur mit Blick auf das, was uns wichtig erscheint, sondern auch mit Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz einer möglichen Regierung. Das bedeute, dass nicht allein die Flüchtlings- und Klimapolitik, sondern auch die Sozialpolitik oder die Bürgerreche entscheidende Bedeutung haben.“ Ich hoffe, dass das bis Freitagmorgen alle Verhandler so sehen und nicht einige, gleich einem trotzigen Kind, auf ihren Positionen beharren!

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Schlüpfer Allee, Zeitz und Paradise

11. November 2017

Lübeck-Schluepfer-Allee-Obertrave

Im letzten Jahr hatte ich in einem Beitrag die Lübecker „Schlüpfer Allee“ erwähnt. Seitdem erfährt dieser Artikel dank Google immer wieder mal hohen Zuspruch. Keine Ahnung, was daran so interessant ist.

Gestern musste ich wieder dort in die Ecke und weil ich schon mal dort war, habe ich ein paar aktuelle Herbst-Fotos mitgebracht. Die und die Geschichte dazu gibt’s in meinem Fotoblog [KLICK].

Zeitz-Fußgängerzone-nix-los

Vor drei Tagen war ich im tiefsten Sachsen-Anhalt, 40 Kilometer hinter Leipzig. Ein Termin, mehr nicht. Wie gestern nach Lübeck hat mich mein Job dorthin geführt. Adresse ins Navi eingegeben und los. Aber erst während einer Wartezeit habe ich beim Lesen eines Artikels mehr über die Gegend an Grenze zu Thüringen und Sachsen erfahren.

Zeitz – fast schon eine Geisterstadt. So lautet die Überschrift. Über Leerstände, Geschäfte wie Wohnhäuser, wird berichtet. (Zum Vergrößern auf Bilder klicken!) 

Zeitz-Rahnestraße-null

Unter der Abschnittsüberschrift „Sozialer Wandel – schnell und vernichtend“, lese ich, dass nach der Wende viele Betriebe zugemacht und sich die Einwohnerzahl halbiert haben soll. Tendenz weiter fallend.

Mit Blick in die zur Mittagszeit leere Zeitzer Fußgängerzone wird ein Rentner zitiert:
„Gucken Sie mal, ist alles leer, gibt nichts mehr. Und das ist hier der Boulevard. Die anderen Straßen, die Querstraßen: Nichts mehr. Frisch sanierte Bürgerhäuser, aber ohne Bürger. Wer will hier auch wohnen? Das ist eine aussterbende Stadt.“

Ich lese weiter: Das hier ist der Wahlkreis von André Poggenburg, AfD-Bundesvorstandsmitglied und AfD Landeschef in Sachsen-Anhalt. 30,4 Prozent erlangte er bei der Landtagswahl 2016 – und ich verstehe langsam warum ….

Mit diesen Gedanken im Kopf höre ich auf der Heimfahrt einen Beitrag über die „Paradise Papers“. Ich frage mich: „Wie viele ‚Papers‘ und ‚Leaks‘ muss es noch geben, damit sich etwas tut? Wie viele Regionen wie Zeitz gibt es in Deutschland, die das Geld der Eliten, was diese durch ihre ‚Steuertricks‘ dem Staat vorenthalten, gut gebrauchen könnten? Ist es so ein Wunder, dass die Populisten mit ihrer Hetze gegen die Mächtigen erfolgreich sind?“ Zeitz, stellvertretend, ist jedenfalls nicht das „Paradise“, aber der Nährboden für eine feindliche Stimmung.

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November-Blues? Keine Zeit!

2. November 2017

Die Tage werden kürzer und die Abende länger. Je dunkler die Tage, desto trüber ist bei vielen Menschen die Stimmung, sie neigen eher zu Depressionen.

Balkon 171102 (4b

Die Gesundheitsapostel unter uns sagen nun sicherlich: „Licht! Der November-Blues wird durch mangelndes Licht verursacht!“ Ok, ja, mag wohl so sein. Aber beim Blick über meinen Balkon in das nasskalte trübe Wetter da draußen treibt es mich nicht gerade an das „Licht“. Spaziergänge gehören so gerade nicht zu meinen bevorzugten Unternehmungen.

Wäsche 171102b

Meine Strategie in diesem November ist – keine Ahnung, ob bewusst oder unbewusst – eine andere: Ich habe einfach keine Zeit! Gerade zuhause, die letzte Wäsche nach dem Urlaub hängt noch auf dem Ständer, geht es gleich weiter. Gestern sage ich noch: „Und wenn ich nächste Woche wieder zuhause bin, dann steht noch das … und das … und das … im Kalender – und ruck zuck haben wir den 1. Advent!“ Das mal zu dem Thema „Rentner haben nie Zeit!“ Doch, natürlich haben Rentner Zeit. Viel sogar. Aber es liegt an jedem selbst, die auszufüllen – oder eben nicht.

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Die Sache hat – für mich – noch einen anderen Vorteil: Ich habe zurzeit viel weniger Zeit um Nachrichten zu lesen, zu sehen. Und ich kann nicht behaupten, dass mir das großartig fehlt.

„Jamaika?“ Hm, ja …, eine Karibikinsel. Im Moment verbinde ich Jamaika (noch) eher mit Usain Bolt und Bob Marley, als mit einer möglichen Berliner Koalition.

Nun los. Die Tasche ist gepackt und mein alter Diesel kriegt die nächsten zwölfhundert Kilometer auf die Uhr. Und was sagt ihr so zum „November-Blues“?

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Reformation – Zwischen Himmel und Hölle

31. Oktober 2017

95Thesen_Lutherstadt_Wittenberg-b2

Die Politik beschert uns heute bundesweit einen freien Tag. Anlass ist, dass sich heute am 31. Oktober 2017 zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen jährt, die Martin Luther – der Überlieferung nach – an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben soll. Und seit irgendwann nennen wir diesen Tag bundesweit „Reformationstag“.

Gestern Abend zeigt das ZDF das Opus „Zwischen Himmel und Hölle“. Ich finde den Film insofern gut, weil er in einem – für mich – überzeugenden Geschichtspanorama die Zeit der Reformation zeigt, nicht den Reformator Martin Luther allein – und ihn und seine Mitstreiter wie Thomas Müntzer schon gar nicht verklärt.

„Wie viel Mord und Totschlag hat es denn schon unter dem Deckmantel des Glaubens gegeben?“

Ich erinnere mich an einen schon länger zurückliegenden Besuch in Wittenberg. Natürlich sehen wir uns die geschichtsträchtige Schlosskirche an, an deren Tür irgendwann Luthers 95 Thesen dauerhaft verewigt wurden. Wenn mein Gedächtnis nicht irrt, fragte mich damals mein Kumpel G. aus Lüneburg: „Wie nennt man einen Lüneburger, der aus der Kirche ausgetreten ist? Lüneburger Heide!“ HAHA! „Wer nicht in der Kirche ist, der bekriegt sich auch nicht wegen des Glaubens. Wie viel Mord und Totschlag hat es denn schon unter dem Deckmantel des Glaubens gegeben?“ Sinngemäß so begründet er seinen Kirchenaustritt.

Das Thema ist sicher diffizil zu betrachten, aber die Sache mit dem Glauben scheint ein steter Wandel zwischen „Himmel und Hölle“ zu sein. Damit meine ich alle Gläubigen! Und obwohl ich noch Kirchensteuerzahler bin, sag‘ ich mal …: „Um eine humanistische Lebensauffassung zu vertreten, muss ich keiner Glaubensgemeinschaft angehören!“ Und die Zahl derer, die den beiden Großkirchen den Rücken kehren, wird immer größer. Das sind die aktuellen Zahlen der fowid (Meldung vom 04.0.2017, zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Wie auch immer, lasst uns den freien Tag genießen!  539

 

„Waat dat wat morrn mit Oslo?“

22. Oktober 2017

Color Magic auf dem Weg nach Oslo vor Spodsbjerg im April 2017

… fragt mich heute ein Bekannter. „Jou!“ antworte ich ihm. „Jou“ ist für den Norddeutschen bereits ein vollständiger Satz mit Subjekt, Prädikat und Objekt. Punkt! Mehr kann schon zum Gesabbel werden.

Harz. Auf dem Wurmberg mit Blick auf den Brocken im August 2016

Weil ich aber ein Ostholsteiner mit Migrationshintergrund bin, neige ich der vermeintlichen Höflichkeit wegen meist zu ein paar mehr Worten: „Halvig negen fahrt we morrn los. Dann up de Color Magic na Oslo. Und wenn we torügg sind, fahrt we noch’n paar Dag in Harz.“ Mit anderen Worten: Hier gibt’s erst einmal eine Blog-Pause! Bis denne!

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Ist der Mann im Mond rot vor Wut – oder Scham – oder was?

17. Oktober 2017

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Balkon. Heute Morgen. Pott Kaffee und Frühstückszigarette. Ich schaue nach oben und sehe dieses Bild. „Ist der Mann im Mond jetzt rot vor Wut – oder Scham – oder was?“ denke ich so bei mir. Sofort meldet sich mein innerer Zwilling: „Dir fehlt mal wieder der nötige Ernst. Das ist ein Blutmond, wenn der Vollmond in einer totalen Kernschattenfinsternis …“. Ich unterbreche, es folgt eines unserer Zwiegespräche: „Nee, nee, der Mann im Mond hat die Kolumne von Diez im Spiegel gelesen: ‚Was tun, wenn soziale Kälte und nationaler Egoismus überall auf der Welt zur Staatsräson werden?‘. Und Augstein: ‚Der Wähler als Sadist‘. Und nun ist er entweder wütend, weil hier auf der Erde alles so ist wie es ist, oder er schämt sich für uns Menschen hier unten.“ Damit habe ich meinen Zwilling wohl überzeugt … – oder er hat ein weiteres Gespräch für sinnlos gehalten. Funkstille.

Zukunft-Europa-171014-Neust

Mein Zwilling neigt zurzeit kaum zum Widerspruch. Als ich am Samstag am Neustädter Hafen diese zerschlissene Europa-Flagge sehe und mich frage, ob die „ein Symbol für die Zukunft Europas“ ist (?) kommt keine Antwort. Auch nicht, als ich vorhin „Atemlos in Richtung Machterhalt“ von Reuter in der FAZ lese. Und wenn er noch nicht einmal das Fazit meines Freundes S. „In Niedersachsen ist im Vergleich zum Bund alles besser anders“ kommentiert, dann weiß ich nicht, ob ich das als gutes Zeichen werten soll?

Egal. Bevor ich mir darüber Gedanken mache, gibt’s Wichtigeres zu erledigen: Urlaubsunterlagen checken (Montag geht’s los) und Anwaltsschreiben i. S. 2204 durcharbeiten. Die Klage läuft. Aber so ein Verfahren dauert Jahre – und vielleicht ist der Mann im Mond auch darüber ein bisschen wütend …?

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Ist schon wieder Freitag … (?)

13. Oktober 2017

[536] Freitag-13--2017 … der 13? Ja, doch! Und ich habe mich schon gewundert:

Erstens hatte ich heute Morgen überhaupt keine Lust aufzustehen – und

zweitens habe ich mich gewundert, warum ein gar nicht mal so ernst gemeinter Artikel über die Paraskavedekatriaphobie heute so häufig wie kein anderer aufgesucht wurde?

Ich denke mir noch, dass das nur an Google liegen kann. Neulich hat mir nämlich der Suchbegriff “Schlüpfer-Alle” einen dreimal so hohen Tagesbesuch wie sonst beschert. Selbst beim Schreiben eines Beitrags in meinem Fotoblog über einen Ausflug gestern an die Flensburger Förde hat es noch nicht gedämmert. Aber eben kam ein Beitrag im Radio … – und ich gehe auf’s Sofa. Erstens ist Mittagsruhe angesagt und zweitens kann mir da nichts passieren.

gesehen gestern, 12. Oktober 2017, in Flensburg

Hoffe ich doch Zwinkerndes Smiley
und in anderen Kulturen gilt die 13 ja als Glückszahl …536

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