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Unser Betriebssystem wird 70: 70 Jahre GG

23. Mai 2019

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Heute vor 70 Jahren hat an mich noch niemand gedacht. Meine Mutter war noch 11 und meinem Vater war mit noch 19 nach der Flucht 1945 aus Pommern eine Schlafstätte bei meinen Großeltern in Niedersachsen bei Peine zugewiesen worden. Zwei Erwachsene, fünf Kinder und ein Flüchtling in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Der Rest ist Gesichte.

Heute blicken wir auf eine 70 Jahre alte Verfassung und eine dabei bewegte Geschichte unserer Republik zurück. Einer Republik, die sich aus dem schwarz-weißen Muff der Gründerjahre zu einem bunten Staat entwickelt hat. Und trotz des Mauerfalls vor 30 Jahren heißt unsere Verfassung immer noch Grundgesetz, obwohl das von den Verfassern vor 70 Jahren nur als provisorischer Begriff bis zur Wiedervereinigung beider deutschen Staaten gedacht war.

Das Grundgesetz ist so etwas wie ein OS, operating system, Betriebssystem für unsere Gesellschaft. Die Programmierer haben sich damals die nötige Zeit genommen um die Bugs, die Fehler vergangener Systeme zu vermeiden, die wir heute aus der digitalen Welt zuhauf kennen. Das ist ihnen ganz gut gelungen. Klar, seitdem hat es so manch nötiges Update gegeben, aber dank der Ewigkeitsklausel haben die verfassungspolitischen Grundsatzentscheidungen eine Bestandsgarantie und dürfen nicht geändert werden. Gut so!

Gut so aus deshalb, weil sonst der ein oder andere nicht nur dumme Ideen hätte, sondern die auch würde umsetzen wollen. Solche Ansinnen gibt es bisweilen, aber dann haben wir zum Glück noch unser Bundesverfassungsgericht als unabhängige Verfassungshüter. Auf Anruf überprüfen die Richter, ob getroffene Entscheidung mit dem Grundgesetz in Einklang stehen.

Alles gut also? Na ja, wer mäkeln oder gar kritisieren möchte, der findet immer etwas. Doch mit Blick über unseren Tellerrand können wir stolz und froh über unser Betriebssystem sein. Ganz im Gegensatz zu vielen Betriebssystemen in der digitalen Welt. Wenn die als “Diktatur der Transparenz” bezeichnet werden, wenn Algorithmen über unser Leben bestimmen, dann müssen wir aufpassen, dass unsere durch die Verfassung geschützten Freiheiten nicht von denen abgeschafft werden.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Das noch: Geht bitte Sonntag zur EU-Wahl.
Sicher ist in der EU nicht alles gut. Doch gibt es kluge Köpfe
und gute Parteien, die sie besser machen wollen.

Die EU ist zu wichtig um sie zu ignorieren oder gar abzuschaffen!
Aber wählt bitte richtig! 😉

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#LIVBAR – Gänsehaut und feuchte Augen

8. Mai 2019

In meinem Leben habe ich schon viele Fußballspiele gesehen. Das erste, an welches ich mich erinnere, war das im alten Londoner Wembley-Stadion, 1966, aber da war ich noch klein. Geschaut haben wir beim Nachbarn. Der hatte einen Fernseher, meine Eltern noch nicht. Obwohl heute jede Familie einen Fernseher besitzt, ist es mit dem Fußballsehen so ähnlich wie vor 50 Jahren. Im Free-TV werden interessante Spiele kaum übertragen. Wer sehen will, muss zahlen. Oder jemanden kennen, der Pay-TV zuhause hat. So kam ich gestern dazu, mir abends das Champions-League-Halbfinalspiel Liverpool gegen Barcelona anzusehen. Um das Finale zu erreichen, mussten die Liverpooler unter Trainer Jürgen Klopp mit vier Toren Unterschied gewinnen. Und sie gewannen 4:0!

Mythos Anfield
Kaum ein Fußball-Stadion erzeugt bei den Gegnern offensichtlich so viel Ehrfurcht wie das an der Anfield Road in Liverpool. Wenn die Spieler aus den Katakomben heraus den Rasen betreten und 50.000 Liverpool-Fans die Vereinshymne You’ll never walk alone singen, dann hat allein das schon viele Gegner aus der Fassung gebracht. Bspw. gelang es bis heute keinem deutschen Team, ein offizielles Europacupspiel an der Anfield Road zu gewinnen. Den Spaniern gelang das bekanntermaßen gestern auch nicht – im Gegenteil, Halbfinal-Aus und tschüss. Was danach abging, war – nicht nur für mich – Gänsehaut pur und selbst die Spieler hatten feuchte Augen. Ganz ehrlich, ich auch.

[683] Fußballfans-weltweit-2018-b1Was mich besonders beeindruckt hat: Die Fans beider Vereine haben sich gegenseitig für ein grandioses Halbfinale beglückwünscht, sich zugeprostet und Trikots und Schals ausgetauscht. Kein Hass, keine Brutalität war zu sehen. Es sind solche Spiele die im positivsten aller Sinne in die Fußballgeschichte eingehen und vielleicht erklären, warum Pi mal Daumen jeder zweite Erdenbürger ein Fußballfan ist. Das sind mehr, als das Christentum (~2,1 Mrd.) und der Islam (~1,5 Mrd.) zusammen Angehörige haben. Wen wundert es in solchen magischen Momenten, wenn von der “Religion Fußball” gesprochen wird, “Fußballgötter” inklusive?

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Wer hat die „Eisheiligen“ verschoben?

5. Mai 2019

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Vor Tagen lese ich irgendwo nebenbei, die “Eisheilgen” seien verschoben. Ich habe mir aber nicht gemerkt, wer die wohin verschoben hat – und warum überhaupt?

Heute Morgen. Sechs Uhr noch was. Senile Bettflucht. Mein Herr Bechterew meint, ich sollte lieber aufstehen, mich bewegen, Kaffee kochen. Ok. Weil der eh keine Ruhe lässt bis ich seiner Nerverei nachgebe, stehe ich auf.

Es ist kalt in meiner Bude. Die Heizung hat noch nicht die ihr zugedachte Arbeit aufgenommen, weil ihr noch niemand gesagt hat, dass die Uhren eine Stunde vorgestellt wurden. Ein Blick auf mein Drinnen-Draußen-Thermometer verrät mir nicht nur, warum mir drinnen ein bisschen zu kalt ist, sondern auch wohin die Eisheiligen verschoben wurden: Auf meinen Balkon! Jedenfalls haben sie da übernachtet. Mein aufmerksames Thermometer kriegt alles mit.

Allerdings weiß ich bis heute nicht, was an den Eisheiligen “heilig” ist. Oder sein soll. Und ich glaube, das interessiert mich auch nicht großartig. Wahrscheinlich ist das so eine bäuerliche Regel wie: “Kräht der Hahn oben auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist!” So, nun wisst ihr wenigstens, warum der “Wetterhahn” Wetterhahn heißt.

Apropos “Mist”: Einen Mist haben sich gestern die BVB-Fußballer im Weserstadion zurecht gespielt. Jedenfalls in der 2. Halbzeit und so zu Recht nicht gewonnen. Dabei hat mein Bauchgefühl ihnen für diese Saison die Meisterschaft vorausgesagt. Nee, so wird das nix und wenn ich mich schon nicht mehr auf meinen Bauch verlassen kann, auf wen dann? Freuen sich am Ende wieder die Münchener Bayern? Mein Bauch grummelt. Aber: Selbst wenn der FCB bereits den Sekt auf Eis und der BVB die nächste Meisterschaft auf selbiges gelegt hat, vielleicht hilft das Anbeten des Fußballgotts durch alle Dortmund-Fans? Vielleicht lässt die oberste Fußball-Heiligkeit die auf Eis gelegte Meisterschaft der Dortmunder wie durch ein Wunder doch noch wahr werden? Dann hätte der Begriff “die Eisheiligen” vielleicht eine ganz neue Bedeutung und die Meisterschaft müsste nicht verschoben werden. Ok, das sind vielleicht ein bisschen zu viele “vielleichts” 😉

Werbung in eigener Sache: Wolken-Bilder, solche und solche, vom 1. Mai bis gestern.

Schönen Sonntag noch! 682

Unsere ÖR-Medien – eine „Lügenpresse“?

3. Mai 2019

Vorweg: Ich bediene mich einer alten nach Aufmerksamkeit buhlenden Presse-Masche: Wenn es zum Ausrufezeichen nicht reicht, wird ein Fragezeichen hinter eine Überschrift gesetzt, die von der Sache her unhaltbar ist. Nein, ich will das mit der “Lügenpresse” weder behaupten, noch will ich unsere Medien derart in Frage stellen. Aber ich weiß sehr wohl, dass das bisweilen geschieht. Der bekannte Journalist Heribert Prantl sagte vorgestern in einem DLF-Interview: “Man reagiert am besten so, dass man gute, kluge, ordentliche, kritische Arbeit macht und sich nicht einschüchtern lässt. Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass sich der Vorwurf des Lügenjournalismus dann nicht lange halten werde.” Man beachte seine Wortwahl und kehre sie nur mal gedanklich um!

Pressekodex1-Wahrhaftigkeit

Prantls Zuversicht sollte Ansporn für jeden Journalisten sein. Gut, wer die Nachrichten in den großen Zeitungen bzw. deren Online-Portalen liest, der sollte um deren tendenzielle Ausrichtung wissen. Der SPIEGEL ist eben nicht die Springer-WELT und die SZ nicht die Springer-BILD. Usw.. Aber wie sieht es aus mit den Öffentlich-Rechtlichen, ARD, DLF, ZDF? Klar, wir haben die Presse- und Meinungsfreiheit und dazu gehört auch kritische Fragen zu stellen oder zu kommentieren. Unbedingt. Ich möchte absolut keine österreichischen Verhältnisse bei uns haben! Anderseits sind die durch unsere Gebühren finanzierten Medienanstalten zur Neutralität und Überparteilichkeit verpflichtet. So gibt es immer wieder Vorwürfe über tendenziöse Berichterstattungen und von Verschwörungstheoretikern wird gar eine staatlich gelenkt Manipulation der öffentlichen Meinung durch die ÖR-Medien unterstellt.

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Die Dürre – oder die Unterschiede …

25. April 2019

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Spätestens seit Erfindung der Barbie-Puppe wissen wir, was eine Dürre ist. Der Unterschied zwischen diesem Kunst-Geschöpf und einem noch nicht einmal adipös veranlagtem, sondern normal gewachsenen Menschen ist mehr als offensichtlich. Das verstehen wir alle.

Die andere Dürre hingegen, die momentan an Nr. 1 in manchen Medien steht, scheint weitaus weniger verständlich zu sein. Warum? Was ist passiert?

Angefangen hat alles vorgestern mit einer Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Hält die Trockenheit an, droht der nächste Dürresommer in Deutschland. Ich denke, diese Meldung mit den dazugehörenden Diagrammen sollte eine Dienstleistung bspw. für die Landwirtschaft sein, wie sich die Bodenverhältnisse bei welchen Niederschlagsmengen in diesem Jahr entwickeln könnten. KONJUNKTIV!

Die Deutsche Presse-Agentur hat diese Meldung aufgegriffen und sie – offensichtlich missverständlich, was zu einer Korrektur führte – in die Medienlandschaft verbreitet. Dann passierte das, was der Meteorologe und Dauertwitterer Kachelmann klickschlampesk nennt: Eine angsteinjagende Meldung jagte die nächste und wenn wir alles ernst nehmen würden, stünde uns der dürrebedingte Untergang des Abendlandes bevor. Oder so ähnlich. Kachelmann sagt dagegen den Untergang des Journalismus voraus und nennt das #Vollpfostenjournalismus / Lügen aus Profitgier.

Nun denn, ich denke weder das Abendland noch der Journalismus werden untergehen. Aber in den Redaktionen sollte mehr der Unterschied zwischen “soll – kann – muss” in all seinen Formen beachtet und der Konjunktiv deutlich vom Indikativ getrennt werden. Und Begriffe wie Dürre und Hitze sollten nicht so in einem Satz verwendet werden, dass sie einen Zusammenhang suggerieren. Der kann bestehen, muss aber nicht.

Fakt ist: Wir haben zurzeit (hier) zu trockene Böden. Wirklich. Wenn es nicht wie erhofft regnet, kann es (wieder) zu einer Dürre kommen. Möglich. Und Niederschläge haben wir unabhängig von den Temperaturen – oder eben nicht. Aber niemand kann heute seriös voraussagen, was uns der Sommer bringen wird. Und ja, wenn sich Wetterphänomene häufiger wiederholen als früher, sehe ich das als Vorboten eines Klimawandels.
Das noch zum Unterschied zwischen „soll und muss“: Letzte Woche machte die Meldung über eine 400.000 Euro Strafzahlung der AfD wegen illegaler Parteispenden die Runde. Fast alle Medien titelten darauf: „Die AfD muss …“, nur auf ZEIT-Online habe ich richtig gelesen: „Die AfD soll …“ Faktencheck: Es gibt einen Bescheid der Bundestagsverwaltung über 400.000 Euro. Damit muss die AfD aber noch nicht zahlen, sondern soll, denn der Bescheid ist anfechtbar und erst nach der Rechtskraft – wahrscheinlich wird es einen Richterspruch geben – steht fest, ob, und wenn ja wie viel, die AfD Strafe zahlen muss.

Zum Schluss ein paar Bilder (Galerie) zu meinem Beitrag, hauptsächlich Kachelmann-Tweets, über die ich immer wieder schmunzeln kann:

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Ostern 2019: Bigott? Oder bigott!

22. April 2019

Pelzerhaken. Am Hohen Ufer. Blick über die Lübecker Bucht.

Ostermontag. 22. April. Wie gehabt haben wir an diesem Tag schönes Wetter. Jedenfalls seit 36 Jahren. Der Besuch ist wieder weg – ein paar Fotos aus der Osterwoche im Foto-Blog – und nun sitze ich oberhalb unserer Bucht und lasse nachdenklich die letzte Zeit Revue passieren. Ich frage mich, wie bigott, im Sinne von scheinheilig, der Mensch – egal zu welcher Religion er sich bekennt – doch sein kann. Ist das so alles im Sinne des Allerheiligsten, egal wie jeder ihn, oder sie, nennen mag? Oder doch nicht? Aber wie Prof. Lesch zu sagen pflegt: “Wo die Ratio aufhört, da fängt der Glaube an.” – und im Namen des Glaubens ist eben nichts mehr rational erklärbar:

Ostersonntag. Während hier die Leute die Auferstehung Jesu Christi feiern und sich “frohe Ostern” wünschen, verüben – offensichtlich radikal islamistische – Selbstmordattentäter zeitgleich in Sri Lanka Bombenanschläge auf christliche Kirchen während der Ostermesse und auf Touristen-Hotels. Stand jetzt soll es mindestens 290 Tote gegeben haben.

In Paris brennt in der Osterwoche die weltberühmte Kathedrale Notre Dame. Zum Glück und Dank der vielen Einsatzkräfte kann die Struktur des sakralen Bauwerks und Weltkulturerbes gerettet werden. Präsident Macron verspricht den Wiederaufbau binnen fünf Jahren und ruft dafür zu Spenden auf. Die gehen ein: 100 Mio. von der Milliardärsfamilie Pinault, vom nächsten Großspender sollen es gar 200 Mio. sein, usw., usw.. Bis heute sollen so rund 1 Mrd. Euro zusammen gekommen sein. Zeitgleich meldeten sich Kritiker und fragen: “Wieso kommen für eine kaputte Kirche innerhalb so kurzer Zeit solche Summen zusammen – aber soziale Einrichtungen und Hilfsorganisationen müssen um jeden Euro kämpfen?” Besonders die Gelbwesten-Protestler kritisieren die hohen Spenden von den Reichen und wünschen sich ein gleiches Engagement für die hilfebedürftigen Franzosen. Für mich ganz perfide: Einige ach so christlich auftretende Rechtsextreme haben die noch brennende Pariser Kathedrale sogleich zum Abendland-Untergangsszenario erklärt – ohne überhaupt etwas über die Ursache zu wissen.

Vor vier Wochen. Vor der Küste Norwegens gerät ein Schiff voller Touristen in Seenot, alle verfügbaren Helfer eilen in Rettungsschiffen und Hubschraubern herbei um Schlimmeres zu verhindern. Gleiches Szenario im Mittelmeer zwischen Libyen und Italien: Ein Schiff voller Migranten havariert und Helfer werden von staatlichen Institutionen am Helfen gehindert. Menschen ertrinken. Darf man das miteinander vergleichen? Man muss, meint jedenfalls Peter Maxwill auf SPON.

Frohe Ostern. Herzlich. Wünsche ich gehabt zu haben 😉

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, Menschenwürde sei steigerbar: Die einen sind würdiger, andere weniger.

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Gulasch wie von „Omma“

14. April 2019

Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Ein gutes Essen um so mehr. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Essen gehen und schnell für zwei Personen über 50 Euro ausgeben – oder selber kochen. Letzteres mache ich ab und zu gerne und das ist dazu viel günstiger als ersteres.

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Neulich hatte ich Besuch und mir war mal wieder nach Gulasch – und zwar so, wie ich es von “Omma” kenne:
          OHNE ANBRATEN!
Mit dem Anbraten ist das ja so eine Sache: Es spritzt, um so mehr bei billigem Discounter-Fleisch, und nachher würde ich mehr Zeit zum Putzen als vorher zum Kochen benötigen. NEE, dazu habe ich null Lust! Bei größeren Mengen, bspw. in einem Ferienlager, hat man auch schlecht die Möglichkeit bzw. Zeit, kiloweise Fleisch vorher anzubraten. Also ohne und das klappt gut:

Rezept für vier gute Portionen, also inklusive vorher ordentlich probieren und nachher noch einen Rest für einen Snack zu haben:
Mann (oder Frau) würfele 4 große Zwiebeln (Tipp: Wer dabei Wasser im Mund hat, dem tränen nicht die Augen), 1 gutes Stück Knollensellerie und 2 bis 3 Möhren, erhitze 2 EL Butterschmalz und brate die Zutaten darin kräftig an. 2 EL Tomatenmark, bei mir plus ordentlich Paprika edelsüß und scharf (je etwa 1 TL), dazugeben und bis zu einer homogenen Masse scharf andünsten. Dann mit 1 Liter ablöschen: Ich nehme dazu eine Flasche Rotwein plus 300 ml Rinderbrühe. Natürlich funktioniert es auch ohne Wein, nur mit (Rinder)Brühe. (Tipp: Wer nur Brühe nimmt kann wegen der fehlenden Rotwein-Säure ein bisschen Balsamico hinzufügen). Das alles zum Kochen bringen.
Nun 1 kg gewürfeltes Rindfleisch dazugeben, wieder aufkochen und dann bei kleiner Hitze etwa 2 Stunden köcheln lassen. Vorzugsweise mit 2, 3 Lorbeerblättern drin, die später wieder rausgefischt werden, ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig!
Durch das Gemüse ist die Soße normalerweise gut sämig. Wem sie dennoch zu dünn ist, vielleicht weil das (billige) Fleisch zu viel Wasser enthalten hat und/oder Scheiben-Sellerie aus dem Glas genommen wurde, kann sie nach belieben anbinden (1 EL in Wasser aufgelöstes Stärkemehl – oder einfach fertigen Soßenbinder). Weiter sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: So eine halbe Stunde vor dem Ende der Köchelzeit können bspw. Paprikastücke, Knoblauch, und/oder Sahne hinzugefügt werden. Dazu geht alles: Kartoffeln, Knödel, Nudeln. So wie es jeder mag.

Das Rezept heißt bei mir “wie von Omma”, weil ich es a) von zuhause her so kenne und b) die Zutaten früher in jedem Hausgarten wuchsen, den Rest gab es beim Dorfschlachter. Das Gericht eignet sich zum Vorkochen und am nächsten Tag, wieder aufgewärmt, schmeckt es mir noch besser als gleich serviert.

So, nun wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen eine schöne Osterzeit

– hier wird die Bude mit Besuch voll sein – und ich muss zu Ostern kochen. Was es gibt? Siehe oben, davon die doppelte Portion 😉

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