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Gestern Abend auf dem Sofa …

10. Oktober 2017

Rutger Bregman - Utopien-Buch-300

… habe ich mich durch die Fernsehprogramme gezappt.

Zapp. Im Oktober vor 40 Jahren, die „Landshut“, Hanns-Martin Schleyer, der Deutsche Herbst. Oh ja, ich weiß noch – ich habe heute noch junge Polizisten mit Maschinenpistolen vor meinem geistigen Auge, die oft mehr Angst als Vaterlandsliebe hatten ….

Zapp. Im Oktober vor 50 Jahren: Ernesto „Che“ Guevara, „el Comandante“, wird in Bolivien erschossen. Geblieben ist der Mythos. Die einen feiern ihn immer noch als Helden der Revolution, für andere ist er ein linksradikaler Terrorist.

Zapp. „Seid realistisch, fordert das Unmögliche!“ Noch einmal Guevara? Nein, dieses Guevara-Zitat ist der Aufmacher für ein Interview mit dem jungen Historiker Rutger Bregmann. Ich bleibe hängen, weil ich neulich auch eins in der SZ gelesen habe und seine Thesen, seine Utopien, ich sag‘ mal … „mindestens spannend“ finde. Nun überlege ich mir das Buch zu kaufen.

Vielleicht ist es wirklich so, dass es uns angesichts des weit verbreiteten Wohlstands an der nötigen Kraft für Veränderung fehlt und dass wir zunehmend lieber das Bewährte bewahren wollen. Jedenfalls in der Masse und natürlich gibt es Ausnahmen. Als ich gestern „Schreiben gegen Rechts“ von Anna Schmidt regeblogt (oder wie das heißt) habe, hat mir das in den Kommentaren eine Diskussion mit Aristobulus eingebracht, die ich nicht erwartet habe. Das beklage ich nicht. Solche Debatten sind wichtig um die Sichtweise anderer auf ein und dieselbe Realität zu verstehen. Aber wichtiger ist für mich die spannende Frage, wie wir uns entwickeln, wie die Zukunft aussehen soll?

[534] Holzweg-171008-003

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5 Kommentare leave one →
  1. Albert permalink
    10. Oktober 2017 20:35

    Ich hoffe, dass Sie realistisch genug sind um zu wissen, dass Sie mit der Forderung nach dem Unmöglichen schnell auf den Holzweg kommen können.
    Dann heißt es nämlich „Adiós el Comandante“!
    Albert

    Gefällt 1 Person

    • 11. Oktober 2017 08:44

      Moin. Na ja. Hauruck geht sicher nichts. Alles braucht seine Zeit und ich denke, dass vieles, was wir heute als Utopien erachten, morgen die Realität sein kann – wie vieles, was früher als unmögliche Utopie abgetan wurde, heute zur Realität gehört.
      Was ich bisher über das Buch von Bregman gelesen habe, steht da nichts revolutionär Neues drin. Das ist alles schon mal debattiert worden.
      Trotzdem: Nur wenn wir darüber diskutieren, wie die Zukunft aussehen kann, oder soll, dann können wir sie auch gestalten.
      Grüße vom Sven

      Gefällt mir

  2. 10. Oktober 2017 20:41

    Ich habe die Debatte von gestern gelesen und – Respekt euch beiden. Dass meine Realität des ersten Absatzes nicht im ganzen Land zutrifft, versteht sich von selbst, aber es sollte in diesem Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein, dass Herkunft keine Rolle mehr spielt –
    egal wo man lebt. Noch eine meiner Realitäten ist, dass solche Debatten wichtig sind um eben die Zukunft zu gestalten. Und es ist ebenso eine Realität, dass wir in diesem Land in der Lage sind solche Debatten öffentlich zu führen … arbeiten wir weiter dran! 🙂

    Gefällt 1 Person

    • 11. Oktober 2017 09:02

      Moin Anna.
      Das stimmt. „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.“ Das hat der gute alte Freiherr von Humboldt mal gesagt. Genau aus dem Grunde habe ich Vorbehalte gegenüber dem Neokonservatismus und im Sinne von Humboldt sind mir die Macrons und Trudeaus dieser Welt lieber als die Orbans, Szydlos und Trumps.
      Und dafür werbe ich und debattiere das auch gerne aus.
      Grüße von der Ostsee

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      • 11. Oktober 2017 09:19

        Ja, der gute alte Humboldt hatte schon recht! Es ist in der heutigen Zeit gar nicht mehr haltbar, dass ein Land nur auf sich schaut. Internet, Wirtschaft, Klima, humanitäre Veränderungen bringen die Menschen zusammen und der Fortschritt kann nur wachsen, in dem wir die daraus entstehenden Anforderungen annehmen, uns öffnen (z.B. für andere Weltanschauungen). Konkurrenzdenken ist heute ein ziemlich alter Hut und letztlich gewinnen die, die Netzwerke bauen, annehmen und fördern … finde ich. 🙂 Aber jetzt muss ich mir erst einmal einen Kaffee holen und in meine Dateien tauchen. Einen wunderschönen Tag in den Norden!

        Gefällt 1 Person

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