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to fly or not to fly, that is the question – oder diese verflixte Rechnerei

16. August 2019

Gestern erwähnte ich einen Tweet zu einem Artikel über eine 16jährige Klimaaktivistin, die zwar zu einer Klima-Veranstaltung in den USA über den Atlantik segelt statt fliegt, aber diese Segelei aus logistischen Gründen wiederum 6 Flüge verursacht. Ergo resümiert der Journalist: „Würde sie fliegen, wäre die Reise klimafreundlicher.“ Nun Ja. Diese Logik mag sich vielleicht einem Korinthenkacker erschließen, mir nicht und ich halte das für verwirrenden Blödsinn – und das habe ich auch in einem Antworttweet an den Artikelverfasser zum Ausdruck gebracht:

Vorab: Ich weiß wie sehr die Fliegerei die Umwelt belastet und will den Umstand wahrlich nicht kleinreden. Aber bitteschön, wir sollten uns an die Fakten halten: Die Aktivistin segelt also, zusammen mit ihrem Vater. Um die Yacht wieder nach Europa zu überführen, müssten „etwa fünf“ Segler in die USA fliegen und der aktuelle Skipper würde zurück nach Deutschland ebenfalls einen Flieger nehmen. Es geht also um vier Flüge. Weiter wird ein Emissionsrechner (atmosfair) zu Rate gezogen, nach dem so ein Flug eine Klimawirkung von 1,8 t CO2 pro Person haben soll. Und da fängt für mich der Schwachsinn an. Das Gute an den Naturwissenschaften ist nämlich, dass man alles berechnen kann – wenn man es denn kann.

Allerdings muss man gar nicht großartig selbst rechnen, sondern nur auf entsprechenden Fachseiten nachlesen: Ein gängiges Langstreckenflugzeug wie bspw. der Airbus 350-900 hat – Pi mal Daumen – für einen Atlantikflug ein angenommenes Startgewicht von 225 t = 120 t Leermasse, 60 t Kerosin, 30 t für 300 Passagiere plus 15 t Ladung. Um den CO2-Ausstoß zu berechnen gilt wissenschaftlich der Multiplikator 3,15, somit sind das knapp 190 t für einen 6.000-km-Flug über den Ozean. Bei 300 Passagieren (90 % Auslastung) entspricht das rund 4 l (3,3 kg) Kerosin oder knapp über 10 kg CO2 pro Passagier auf 100 km – bzw. etwas über 600 kg für den Beispielsflug. Ein vollbesetzter Flieger wäre bei der Pro-Kopf-Berechnung 10 % günstiger, aber das ist nur Statistik. Jeder mag selbst abschätzen, was bei diesen Gewichten 1 oder 5 Mitflieger mehr oder weniger ausmachen: nämlich so gut wie nix!

Dazu das: Ich habe verschiedene Emissionsrechner getestet und die unterschiedlichsten Ergebnisse für dieselbe Strecke erhalten: Ein Fall war nahe an meiner Berechnung, ein anderer dreimal so hoch. Keine Ahnung was dort alles mit einberechnet wird. Viele halten die auf den Seiten eingeforderte CO2-Kompensation allerdings für nichts anderes als einen Ablasshandel (SZ bereits 2010). Doch wer meint als Flieger sein Gewissen mit einer Spende für irgend ein Klimaschutzprojekt beruhigen zu müssen, der soll zahlen. Gerne doch.

Grundsätzliches: An diesem Beispiel mit der Fliegerei wird deutlich, wie wir alles berechnen und damit verwirren können. Wer blickt da noch durch? E-Autos zum Beispiel: Es gibt unzählige Studien, die die Stromer mit Verbrennern vergleichen. Wie ökologisch ist welche Antriebsart bei welcher Laufleistung? Anschließend wurde jede dieser Studien von unterschiedlichsten Seiten verrissen, weil den Erstellern teils Lobbyarbeit, teils falsche oder unberücksichtigte Annahmen bescheinigt wurde. Schlimmstenfalls beides. Andere Beispiele gibt es genug: Über die Ökologie unserer Nahrungsmittel, Auto vs. ÖPNV, usw., usw.. Eins ist jedoch unumstößlich: Der Verzicht. Wenn weniger Menschen fliegen und dadurch Flüge nicht mehr stattfinden würden, wäre das ein Gewinn für die Umwelt. Gleiches gilt, wenn wir nur so viel Auto fahren würden wie wir brauchen (Größe – weniger ist mehr) und müssen (Fahrten), beim Einkauf auf Plastiktüten verzichten und regionale Produkte achten würden, usw., usw.. Aber das weiß sicherlich – auch dank Friday for Future – mittlerweile (fast) jeder. Nur macht sich nicht jeder etwas daraus und hält es mit dem Kästner Erich: Entweder man lebt, oder man ist konsequent. Nun ja, wie wäre es – für den Anfang – mit einem gesunden Mittelweg? Allein unseren Kindern und Enkelkindern zuliebe!

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Der Tag mit Regen

15. August 2019

Heute regnet es. Immer wieder oder fast nur. Gut, dass ich gestern Abend zur blauen Stunde noch am Strand war. Heute wär’s die graue Stunde 😉

So ein Regentag, nun ja, jede Medaille hat zwei Seiten, das hatte ich gestern erst. Statt Strand ist bei mir heute Aufräumen angesagt. In der Wohnung wie auch am PC. Diesen Tweet finde ich originell:

Hat der FCB-Trainer Nico Kovac eine Charme-Offensive gestartet? Jedenfalls kommt er für mich in der letzten Zeit immer sympathischer rüber und vielleicht ist das seine Art, auf die dauernden Sticheleinen des FCB-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge zu reagieren – sogar von Mobbing seitens seines Vorgesetzten wurde schon gesprochen. Inwieweit man all das allerdings ernst nehmen muss, ist eine andere Frage. Der Sportjournalismus erfüllt für mich oft alle negativen Merkmale der Yellow Press – überhaupt wenn es um Bayern München geht. Und wenn ich lese, wie die Sport-BILD im Fall Jatta (HSV) auf alle journalistischen Standards verzichtet, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Aber so etwas bringt Auflagen & Klicks! Unschuldsvermutung? Scheinbar ein Fremdwort für die BILD-Schreiberlinge.

Einen Tweet möchte ich noch unbedingt zeigen, bevor das Bild in den Tiefen meines Archivs verschwindet:

Ohne Worte. Ebenso ohne Worte, ich sehe gerade einen Tweet, ist für mich der Hype um eine 16jährige Klimaaktivistin. Die ist aktuell auf dem Weg zu einer Veranstaltung in den USA und überquert dazu den Atlantik in einem Segelboot. Im Segelboot deshalb, weil Segeln natürlich klimafreundlicher ist als Fliegen. So weit so gut. Nun haben Journalisten recherchiert, dass der Segeltörn nach New York aus logistischen Gründen mindestens sechs Flüge über den Atlantik verursacht. Ergo: würde sie fliegen, wäre die Reise klimafreundlicher. Ehrlich? Fliegen die Flieger nicht so wie so? Ja, ja. Wer lange genug seinen Kopf über der Suppe schüttelt, der wird auch ein Haar in selbiger finden. Zitat von Sven Meier. Es regnet schon wieder.

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Haben wir ein Mentalitätsproblem?

14. August 2019

Gestern. Ich steige ins Auto, das Radio geht an und ich höre noch wie irgend so ein Experte den Deutschen ein Mentalitätsproblem attestiert:
„Den Deutschen ist ihre Gründlichkeit wichtiger als Pragmatismus. Die Deutschen versuchen immer alles ganz genau zu machen, 100prozentig, und sie übersehen dabei, dass die letzten 5 Prozent so viel Energie kosten, dass dabei viel Wichtiges auf der Strecke bleibt.“

[695] Die-Deutsche-Gründlichkeit-bAch so. Ich liebe diese klischeehaften Beurteilungen – und zwar so sehr, dass ich den Sender wechsele. Doch dann geht mir die Frage durch den Kopf, ob der Experte nicht recht haben könnte? Ist der BER vielleicht deshalb noch nicht fertig, weil es die Bauabnehmer allzu genau nehmen? Ich erinnere mich an eine Diskussion, dass die Bau- und Schutzvorschriften nicht bis ins kleinste Detail beachtet werden sollten …. Und was ist mit Stuttgart 21? Sind die dort nicht aus ähnlichen Gründen im Zeitverzug? Ganz zu schweigen von der FBQ, dem Tunnel von Fehmarn nach Dänemark, für den die Dänen als Baubetreiber seit Jahren auf eine Baugenehmigung aus Deutschland warten. Ursprünglich sollte die Querung schon fertig sein …, inzwischen wird das Jahr 2028 angepeilt – vorausgesetzt das BVerwG gibt bald grünes Licht.

Heinrich Mann fällt mir ein, ein Satz aus seinem Buch Der Untertan: „Den deutschen Bürokraten macht uns so schnell keiner nach.“ Mag sein, vielleicht war das schon immer so, sein Buch hat er vor über 100 Jahren geschrieben. Entspricht es der deutschen Mentalität, alles immer ganz genau zu machen? Ich weiß nicht. Doch dann fällt mir auch mein „Oppa“ ein, der für mich Zeit seines Lebens genauso kluge Weisheiten parat hatte, wie beispielsweise Heinrich Mann: „Jede Medaille hat zwei Seiten!“ Was ist also die Kehrseite der deutschen Gründlichkeit? Ad hoc fallen mir die eingestürzte Ponte Morandi in Genua (heute vor einem Jahr, 43 Tote) und der ausgebrannte Grenfell Tower in London (vor zwei Jahren, 71 Tote) ein. In beiden Fällen darf wohl behauptet werden, dass Vorschriften nicht gründlich genug gefasst oder beachtet wurden. Ob das die o. g. letzten „5 Prozent“ waren?

Nun ja, es müssen nicht gleich die Extreme bemüht werden. Anderseits fehlt es in Deutschland wirklich am Wichtigen: Vieles ist noch so altbacken analog, hauptsächlich in Verwaltungen und Behörden, dass wir im digitalen Zeitalter nur noch als Mittelmaß gelten. Angeblich gibt es fortwährende Sicherheitsbedenken, um Behördenangelegenheiten online zu erledigen – Bedenken, die so im benachbarten Ausland nicht unbedingt geteilt werden. Und wissen Facebook & Co. nicht so wie so mehr über uns, als staatliche Stellen jemals würden speichern wollen? Über den Datenschutz in den so genannten Sozialen Medien macht sich die Masse der Nutzer nur wenig Gedanken.

So, nun lasse ich euch mit der Frage nach dem Mentalitätsproblem alleine. Hast du eins? 😉 Oder ist die Frage so überflüssig wie ein Planschbecken hier am Ostseestrand? 😉

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LEGO

4. August 2019

[694] Legoland-Artikel-190804Ich lese gerade im Wirtschaftsteil einer dänischen Zeitung einen Artikel über das Legoland im dänischen Billund. Oh ja, Lego! Generationen von Kindern kennen diese Bausteine aus Kunststoff und haben sich damit ihre Phantasiewelten geschaffen. Dass LEGO ein dänisches Unternehmen ist, wissen hingegen die wenigsten Kinder – ist ja auch nicht wichtig.  Bei meinem Enkelkind lagern mittweile Legos aus drei Altersgruppen: Von mir, von meiner Tochter bzw. meinem Schwiegersohn und neue von ihr: Mini-Legoland im Kinderzimmer.

[694] Lego-neu-aus-DK

Wenn ich mal in Dänemark bin, dann muss ich natürlich neue Legos mitbringen. Aber nur aus Dänemark. Quasi original, nicht irgendwie importiert! 😉 Und gefühlt gibt es in Dänemark so wie so mehr Lego-Läden.

Wer glaubt, dass die Eltern meines Enkelkindes dem Lego-Alter entwachsen sind, der irrt gewaltig. Und manchmal sitzen sogar drei Lego-Generationen auf dem Fußboden und bauen – also wir Älteren zusammen und die Letztgeborene mit Vorliebe wieder auseinander. 😉

[694] Lego-3GenVon einer Lok hat sie bspw. andere Vorstellungen als Oppa. Auf diese Art wird es nie langweilig.

Nun ja, so kann man sich stundenlang beschäftigen und die Kreativität wird auch gefördert.

Selbst mein Schwiegersohn baut gerne an großen Modellen, wie an diesem VW Bulli in Campingausführung. Die 1332 Teile waren  schon mal fertig zusammen gebaut, bis die Kleine neulich meinte, den Bulli zum Cabrio umfunktionieren zu müssen ….

[694] Lego-Bulli

Danach waren es nur noch 1329 Teile und meine Tochter hatte  Staubsaugerverbot im Wohnzimmer 😉 Zum Glück beinhaltet die Aufbauanleitung eine Teileliste, so dass fehlende Steine nachbestellt werden können.

Apropos Legoland: Billund war der erste Freizeitpark dieser Art und Anfang der 70er Jahre gab es auch einen in Deutschland hier im benachbarten Sierksdorf an der Ostsee. Der ging jedoch nach wenigen Jahren pleite und unter einem neuen Betreiber wurde daraus der heutige Hansa-Park – ohne Lego. Viele Jahre später wurde im bayerischen Günzburg wieder ein deutsches Legoland eröffnet – m. W. ist es sogar größer als das in Billund. Aber wer so einen Freizeitpark besucht, der sollte ordentlich Geld einstecken. Ich habe nachgeschaut, Eintritt pro Erwachsener: Legoland Billund umgerechnet 52,90 € (395 DKK), Hansa-Park 39,00 €, Legoland Günzburg 37,50 €. Als Familie wird man richtig viel Geld los!

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Juli – Scharbeutz – Ostsee

2. August 2019

Scharbeutz. Ostsee. Gute Nachrichten: Der Juli war hier an der Küste warm, ja, auch heiß, aber mit bis zu 35 Grad nicht so heiß wie im emsländischen Lingen mit 42,6 Grad – oder andernorts, wo auch über 40 Grad gemessen wurden. Und meist wehte ein leichtes Lüftchen, was natürlich als äußerst angenehm empfunden wird. Dazu gab’s zwischendurch auch ein bisschen Regen, den wir unbedingt brauchen. Also alles gut! Gut? Denkste!

Scharbeutz-Jul19-1

Nun kann man alles als wunderbar ansehen, unter isso verbuchen und den Rest ad acta legen. Oder, wer will, kann sich, ich sag’ mal “beklagen, aufregen, schimpfen” – so in der Reihenfolge oder je nach Intensität. Aber das ändert nichts: Volle Straßen, volle Strände – getrübter Badespaß (NDR). Die vollen Straßen und Strände haben wir im Sommer bei schönem Wetter an jedem Wochenende. Wem’s Spaß macht …. Dazu die vielen Falschparker, die im Grunde nichts anderes sind als zahlungspflichtige Arbeitsbeschaffer für die Mitarbeiter des Ordnungsamts 😉 Leider haben wir in jedem Jahr auch einige Badetote zu beklagen (NDR), oft weil die an den Strandzugängen ausgehängten Badezonenkennzeichnungen missachtet werden.

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Aber Scharbeutz besteht natürlich nicht nur aus Strand und Touristen. Abseits der Touristen-Ströme beackern die Landwirte ihre Felder und die Fischer holen frühmorgens ihren Fang ein, um ihn noch vormittags im Niendorfer Hafen fangfrisch zu verkaufen. Was hier schön und idyllisch aussieht hat jedoch eine Kehrseite: Das Wetter – oder Klima (NDR) und verschärfte Düngeregeln (NDR) lassen die Bauern stöhnen, die Fischer klagen über die aus ihrer Sicht viel zu strikten Fangquoten (NDR). Aber stöhnen und klagen die nicht immer, egal was ist? Die NDR-Beiträge sind nur beispielhaft und lassen sich m. E. jederzeit übertragen. Außerdem: Unser Grundwasser muss vor einer Überdüngung der Felder mit Gülle aus der Massentierhaltung geschützt werden und die Fangquoten haben ihre Berechtigung, denn wenn die Meere überfischt sind, gibt es gar nichts mehr.

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Wie gesagt, neben den sonnigen Tagen hatten wir auch ein paar mit Regen – letztlich für die Natur zu wenige. Wenn die Strände leer sind, dann ist die B 76 voll. Die B 76 ist hier so etwas wie die Küstenhauptstraße. Und die versuchen wir Einheimischen an solchen Tagen möglichst zu meiden, fahren Schleichwege (außer man denkt nicht an den Stau und fährt rein, so wie ich). Bestenfalls verhalte ich mich in der Saison antizyklisch: Bei grauem Wetter am leeren Strand spazieren gehen und wenn alle am Strand sind im leeren Markt einkaufen 😉

Aber sonst ist hier alles gut!  693

Mein Leben mit der DLF-App – oder als Merkels Zittern die Welt bewegte …

1. August 2019

Hallo @all, ich bin wieder aus meinem Sommerloch gekrabbelt.
Gelegentlich sagt man mir nach, ich sei ein „Nachrichten-Junkie“. Dabei lese ich morgens am PC nur diverse Zeitungen und nutze keine Nachrichten-App, die bei den Breaking News ständig aufploppt. Und wenn ich null Bock auf den PC habe, nutze ich gerne die Deutschlandfunk-App auf meinem Smartphone. Ich mag den DLF, denn dort sind für mich Nachrichten noch grundsätzlich objektive Meldungen – klar getrennt von den subjektiven Kommentaren oder Interviews. Das alles werbefrei, weil durch Gebühren finanziert. Wo findet man das sonst noch?

Drei Nachrichten sind mir aus dem Juli in Erinnerung geblieben:

[692] Screenshot_20190712-164157_Dlf NachrichtenIn meinem Sommerloch erzählte mir irgendwann meine Freundin von der Berichterstattung über Merkels Zittern in Bild & Co. “Oh, hast du deine Bildung jetzt aus der Bild?”. So ein bisschen Frotzelei kann ich ja meist nicht lassen 😉 “Nee, aber ich muss die Zeitungen morgens im Laden auspacken und die halbseitigen Überschriften sind nun wirklich nicht zu übersehen! Die haben Merkel durchdiagnostiziert ohne Ende – allein anhand der Fernsehbilder.”

So ist das eben: Nachrichten müssen „knallen“, denn im Gegensatz zum ÖRR müssen sich die Privaten selbst finanzieren. Ich hatte von Merkel unterwegs im Autoradio gehört. Meiner DLF-App war ihr Zittern tags drauf nur ein Kurzinterview mit dem Politikpsychologe Thomas Kliche wert: “Im Grunde schicken wir doch Politik-Paparazzi los. Und die machen ein Thema aus einer Sache, die uns von den wirklich wichtigen Fragen ablenkt. Themen wie Klimawandel, Chancengleichheit oder Armut werden jeden Tag aus den Nachrichten rausgeschubst von irgendwelchen kleinen Aktualitäten”.

Dann gab es im Juli noch die Wahl der Deutschen Ursula von der Leyen als Nachfolgerin von Jean-Claude Juncker zur neuen EU-Kommissionspräsidenten. Nun mögen alle denken was sie wollen, aber dass ausgerechnet die 16 deutschen Sozialdemokraten aus dem EU-Parlament versucht haben sie zu verhindern, ist mindestens etwas merkwürdig – genutzt hat es nichts. So überraschend wie der Wahlvorschlag von wem auch immer kam, so knapp war das Ergebnis und wir werden wohl nie erfahren, ob sie ihre Mehrheit mit Stimmen von Rechtspopulisten erhalten hat. Nun soll sie mal machen, warten wir ab, was bei rum kommt 😉 Ich hoffe nur innbrünstig, dass es nicht eines Tages von den SPD-EU-Abgeordneten tönt: “Wir haben euch gewarnt. Wir kennen sie seit 2005 als Bundesministerin für diverse Aufgaben …!” Nein, das hätte Europa nicht verdient!

[692] Mad Boris b

Last but not least das zum Schmunzeln: “Mad” Boris Johnson und der Räucherfisch. Bei einem Auftritt vor seiner Wahl wedelte er mit einem in Plastik verpackten Fisch herum. Den habe er von einem “wutschnaubenden” Fischer von der Isle of Man. Es sei nicht nur “sinnlos, teuer und umweltschädlich”, sondern auch ein weiterer Beweis für den Regulierungswahnsinn der EU, dass Fisch für den Export in eine Kühlverpackung aus Plastik gesteckt werden müsse. Deshalb werde er als britischer Premierminister das Vereinigte Königreich am 31. Oktober endlich aus Brüssels Einflusssphäre lösen. Jubel bei seinen Torys! So berichten verschiedene Medien. Die folgende EU-Reaktion aus Brüssel ließ nicht lange auf sich warten: “Nicht die EU, sondern die britische Regierung schreibt derartige Verpackungen vor. Außerdem ist die Isle of Man als selbstverwalteter Kronbesitz gar nicht Teil der EU.” Aber was scheren einen Populisten wie Johnson schon die Fakten – und jedes Land wählt sich bekanntlich die Regierung, die es verdient.

Merkel, von der Leyen und Johnson werden auch in der nahen Zukunft weiter die Nachrichten füllen. Und die Programme der politischen Kabarettisten. Ich bin gespannt 😉

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Sommerloch-Pause – freut euch des Lebens

2. Juli 2019

[691] Wetter-0190630 (3b)

Urlaub. Sommerloch. Blog-Pause.

So, ich bin dann mal weg. Weg – im Sinne von im Urlaub – war ich zwar schon, aber nun entfleuche ich ins Sommerloch und mein Blog hat Pause.

Am Wochenende war ich in meiner Alten Heimat zum Grillen eingeladen – und ich war froh, nicht am Grill stehen zu müssen. Nee, solche Temperaturen muss ich hier die nächsten Wochen nicht haben. Heute hatten wir hier an der Ostsee in Scharbeutz 17 Grad und nach der Prognose sollen es die nächsten Tage auch nicht mehr als 20 werden. Warten wir ab, was an Wetter so kommt, ändern können wir es eh nicht.

[691] Nörgeln-Eric-T-Hansen

Apropos “ändern” – Klischees ändern sich auch nicht, sondern bestätigen sich immer wieder. So wie am Wochenende: Der Deutsche und das Nörgeln. Es gibt ja Menschen, für die ist das Meckern und Mosern eine intellektuelle Hochleistung. Wer nicht weiß, wo von ich spreche, dem empfehle ich das Buch von Eric T. Hansen als Lektüre. Die richtigen Bedenken zur rechten Zeit kommen dann wie von selbst und jeder weiß nach dem Lesen, warum was alles nicht geht, nicht gut (für uns) ist … und überhaupt und so 😉

“Nirgends in der EU gibt es Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge. Nur wir Deutschen sind so blöd und messen die Abgase an den Stellen, wo sie am höchsten sind.” Und so weiter, nörgel, nörgel, nörgel! Au ha: Ich denke an das Gauck-Zitat: “Toleranz ist manchmal eine Zumutung” und frage mich, ob er auch glaubt, dass Globuli gegen Dummheit helfen?

[691] 190701-002-Scharbeutz

In solchen Momenten möchte ich nur noch nachhause an meinen Strand. Ohne groß auf die Nörgelei einzugehen habe ich ihm doch einen gutgemeinten Tipp gegeben: “Wenn du mit deinem alten Diesel-Wohnmobil tatsächlich mal den Dunstkreis der norddeutschen Flachebene verlassen und in eine größere nichtdeutsche Stadt fahren willst, dann würde ich mich vorher genau erkundigen, ob es nicht doch Einfahrbeschränkungen für Autos gibt – sonst kann es teuer für dich werden.” Tatsächlich ist es so, dass Luftverschmutzung grenzenlos und die Messmethode zum Schutz der Anwohner EU-weit vorgeschrieben und einklagbar ist. Und manch einer mag überrascht sein, in wie vielen Städten es aufgrund dessen Beschränkungen verschiedenster Art gibt. Isso!

[691] Wienhausen-190701-024b-Kloster

Auf dem Nachhauseweg war ich gestern noch im Kloster Wienhausen. Na ja, nicht so richtig. Aber für eine Pause mit einem ausgedehntem Rundgang hat’s gereicht. Ich mag diesen Ort. Und manchem Nörgler möchte ich empfehlen, auch hin und wieder so einen ruhigen und besinnlichen Ort aufzusuchen. Schaden würde es bestimmt nicht 😉
So: Nun genießt den Sommer, seid optimistisch und erfreut euch des Lebens.

Bis irgendwann im August 691

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