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Ist der Mann im Mond rot vor Wut – oder Scham – oder was?

17. Oktober 2017

Blutmond-171017-b3

Balkon. Heute Morgen. Pott Kaffee und Frühstückszigarette. Ich schaue nach oben und sehe dieses Bild. „Ist der Mann im Mond jetzt rot vor Wut – oder Scham – oder was?“ denke ich so bei mir. Sofort meldet sich mein innerer Zwilling: „Dir fehlt mal wieder der nötige Ernst. Das ist ein Blutmond, wenn der Vollmond in einer totalen Kernschattenfinsternis …“. Ich unterbreche, es folgt eines unserer Zwiegespräche: „Nee, nee, der Mann im Mond hat die Kolumne von Diez im Spiegel gelesen: ‚Was tun, wenn soziale Kälte und nationaler Egoismus überall auf der Welt zur Staatsräson werden?‘. Und Augstein: ‚Der Wähler als Sadist‘. Und nun ist er entweder wütend, weil hier auf der Erde alles so ist wie es ist, oder er schämt sich für uns Menschen hier unten.“ Damit habe ich meinen Zwilling wohl überzeugt … – oder er hat ein weiteres Gespräch für sinnlos gehalten. Funkstille.

Zukunft-Europa-171014-Neust

Mein Zwilling neigt zurzeit kaum zum Widerspruch. Als ich am Samstag am Neustädter Hafen diese zerschlissene Europa-Flagge sehe und mich frage, ob die „ein Symbol für die Zukunft Europas“ ist (?) kommt keine Antwort. Auch nicht, als ich vorhin „Atemlos in Richtung Machterhalt“ von Reuter in der FAZ lese. Und wenn er noch nicht einmal das Fazit meines Freundes S. „In Niedersachsen ist im Vergleich zum Bund alles besser anders“ kommentiert, dann weiß ich nicht, ob ich das als gutes Zeichen werten soll?

Egal. Bevor ich mir darüber Gedanken mache, gibt’s Wichtigeres zu erledigen: Urlaubsunterlagen checken (Montag geht’s los) und Anwaltsschreiben i. S. 2204 durcharbeiten. Die Klage läuft. Aber so ein Verfahren dauert Jahre – und vielleicht ist der Mann im Mond auch darüber ein bisschen wütend …?

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Ist schon wieder Freitag … (?)

13. Oktober 2017

[536] Freitag-13--2017 … der 13? Ja, doch! Und ich habe mich schon gewundert:

Erstens hatte ich heute Morgen überhaupt keine Lust aufzustehen – und

zweitens habe ich mich gewundert, warum ein gar nicht mal so ernst gemeinter Artikel über die Paraskavedekatriaphobie heute so häufig wie kein anderer aufgesucht wurde?

Ich denke mir noch, dass das nur an Google liegen kann. Neulich hat mir nämlich der Suchbegriff “Schlüpfer-Alle” einen dreimal so hohen Tagesbesuch wie sonst beschert. Selbst beim Schreiben eines Beitrags in meinem Fotoblog über einen Ausflug gestern an die Flensburger Förde hat es noch nicht gedämmert. Aber eben kam ein Beitrag im Radio … – und ich gehe auf’s Sofa. Erstens ist Mittagsruhe angesagt und zweitens kann mir da nichts passieren.

gesehen gestern, 12. Oktober 2017, in Flensburg

Hoffe ich doch Zwinkerndes Smiley
und in anderen Kulturen gilt die 13 ja als Glückszahl …536

#Flens – Neulich mit Liebe

10. Oktober 2017

 

Ihr wisst ja, ich mag die Werbung unserer

Bisher hier erschienen: #Flens – Neulich ohne Stress

Die hier ist neu. So ganz mit Liebe … 535

Gestern Abend auf dem Sofa …

10. Oktober 2017

Rutger Bregman - Utopien-Buch-300

… habe ich mich durch die Fernsehprogramme gezappt.

Zapp. Im Oktober vor 40 Jahren, die „Landshut“, Hanns-Martin Schleyer, der Deutsche Herbst. Oh ja, ich weiß noch – ich habe heute noch junge Polizisten mit Maschinenpistolen vor meinem geistigen Auge, die oft mehr Angst als Vaterlandsliebe hatten ….

Zapp. Im Oktober vor 50 Jahren: Ernesto „Che“ Guevara, „el Comandante“, wird in Bolivien erschossen. Geblieben ist der Mythos. Die einen feiern ihn immer noch als Helden der Revolution, für andere ist er ein linksradikaler Terrorist.

Zapp. „Seid realistisch, fordert das Unmögliche!“ Noch einmal Guevara? Nein, dieses Guevara-Zitat ist der Aufmacher für ein Interview mit dem jungen Historiker Rutger Bregmann. Ich bleibe hängen, weil ich neulich auch eins in der SZ gelesen habe und seine Thesen, seine Utopien, ich sag‘ mal … „mindestens spannend“ finde. Nun überlege ich mir das Buch zu kaufen.

Vielleicht ist es wirklich so, dass es uns angesichts des weit verbreiteten Wohlstands an der nötigen Kraft für Veränderung fehlt und dass wir zunehmend lieber das Bewährte bewahren wollen. Jedenfalls in der Masse und natürlich gibt es Ausnahmen. Als ich gestern „Schreiben gegen Rechts“ von Anna Schmidt regeblogt (oder wie das heißt) habe, hat mir das in den Kommentaren eine Diskussion mit Aristobulus eingebracht, die ich nicht erwartet habe. Das beklage ich nicht. Solche Debatten sind wichtig um die Sichtweise anderer auf ein und dieselbe Realität zu verstehen. Aber wichtiger ist für mich die spannende Frage, wie wir uns entwickeln, wie die Zukunft aussehen soll?

[534] Holzweg-171008-003

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Schreiben gegen Rechts – ein Buch der Zuversicht!

9. Oktober 2017

Ich sag‘ mal …
Meine Auseinandersetzung mit dem Neokonservatismus vom 24. Sep. 2017
und Tag der deutschen Einheit? vom 3. Okt. 2017

Gestern Abend haben sich die Unionsparteien auf einen sog. „Flüchtlingskompromiss“ geeinigt. „Seehofer bekommt eine Zahl, aber keine Obergrenze“ titelt SPON. Der Begriff wurde zwar vermieden, aber die Zahl 200.000 als Höchstgrenze humanitärer Hilfe kommt einer Obergrenze gleich. Rücken CDU/CSU nun ein Stück weit nach rechts, wenn sie die einzelnen Flüchtlingsgruppen wahllos summieren und ist das nicht eher eine taschenrechner- als eine menschenrechtsbasierte Asylpolitik?

anna_schmidt_berlin hat in ihrem Blog die Aktion „Schreiben gegen Rechts“ gestartet, aber bitte lest selbst:

Bunt und farbenfroh ...

Schreiben gegen Rechts

Eine Momentaufnahme in Berlin: Ich gehe in die Markthalle, kaufe beim Wurststand Salami am Stück. Der Verkäufer, der mir sehr freundlich mein Rückgeld gibt, hat asiatische Augen. Die Steinpilze beim Gemüsehändler bekomme ich von einem offensichtlich türkischen Mitbürger. Die Bäckereiverkäuferin antwortet mir in breitestem Schwäbisch. Nachher ruhe ich mich im Café aus. Dort sitzen an einem Tisch englischsprachige Studenten. Am nächsten Tisch unterhalten sich ein deutsches Paar und ein Mann mit holländischem Akzent. Als ich später in den Bus einsteige, lasse ich einer Mutter, die ein Kopftuch trägt, mit ihren Kindern den Vortritt und den Busfahrer kann ich von seinem nationalen Hintergrund her nicht einschätzen. Zuhause angekommen treffe ich vor der Haustür meinen syrischen Nachbarn und grüße ihn herzlich. Kaum habe ich die Haustür hinter mir geschlossen, ruft mich meine Schwägerin an, die aus Kenia stammt. Das ist Realität in Deutschland.

Eine Momentaufnahme nach der Bundestagswahl: Die einen feiern einen für…

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Genau bitte – oder wie was gemeint ist

8. Oktober 2017

Rechenaufgabe-400„Ohne Holland fahr’n wir zur WM“ – viele kennen diesen Fußballsong von 2002. Vielleicht wird der jetzt wieder neu aufgenommen, denn auch die nächste WM wird ohne unsere Nachbarn stattfinden. Allerdings, so ganz richtig ist das nicht: „Wir“ können zwar ohne Katalonien zur WM fahren, falls die aus dem Spanischen Königreich austreten sollten, aber ohne Holland würde bedeuten, dass die Rest-Niederlande fahren können dürften – ihr wisst, was gemeint ist.

Das ist natürlich Quatsch. „Holland“ ist mehr als nur Holland, denn genau genommen ist Holland nur ein Teil der Niederlande, wie Katalonien von Spanien oder Bayern von Deutschland. Niemand würde auf die Idee kommen „Ohne Bayern fahr’n wir zur WM“ zu singen. Vielleicht ohne Spieler aus Bayern, allerdings absehbar nicht ohne Spieler des gleichnamigen Vereins, die hier aufkaufen, was gut und teuer ist. Und für die „Don Jupp“, seit 2013 „Tripple-Jupp“ genannt, aktuell noch einmal die Trainerhose anzieht. Aber das ist ein anderes Thema.

Mit der sprachlichen Genauigkeit nehmen wir es im Alltag oft nicht so genau. Hauptsache es wird verstanden, was gemeint ist. Der falsche Gebrauch von das Gleiche oder dasselbe, wie oder als, Dativ oder Genitiv, usw., treibt die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache regelmäßig zur Verzweiflung. Obwohl, mittlerweile nimmt selbst der Duden einige Regelungen nicht mehr so streng, wenn sich aus dem Kontext erschließt, was gemeint ist. Wer sich allerdings mit Gesetzen usw. beschäftigen muss, der lernt schnell die genauen Unterschiede bspw. zwischen „kann, soll und muss“. In Verbindung mit „grundsätzlich“ wird’s noch spezieller.

In den Naturwissenschaften ist Genauigkeit absolut wichtig. Mit „Sie wissen schon, was gemeint ist“, würde sich meine Tochter als Mathe- und Informatikerin nicht begnügen. Dann käme als Antwort: „Sechs, setzen, du weißt schon, wie das gemeint ist“. Nun zum Bild oben: Wie lautet das Ergebnis – aber genau bitte 😉

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Tag der deutschen Einheit?

3. Oktober 2017

171003-Kuchen-1Ich habe versprochen heute Kuchen mitzubringen. Zum Kaffee. Heute ist der einzige noch freie Tag im Kalender, bevor meine „alte“ Freundin in den Urlaub fliegt. Wenn möglich backe ich selbst statt zu kaufen. Heute ist es möglich, es ist ja ein „freier Tag“ ….

Während der Kuchen im Backofen so vor sich hin backt, frage ich mich, für wie viele Menschen dieser 3. Oktober mehr ist als „ein freier Tag“? Ich weiß es nicht. Gedanklich trage ich ein paar Fakten zusammen, so wie ich sie sehe:

Die deutsche Einheit. Nehme ich die Landesregierungen seit 1949 als Maßstab, sind die Menschen im Nord-Westen eher sozial-liberal geprägt, im Süden eher liberal-konservativ. Und spätestens seit der letzten Bundestagswahl wissen wir, dass es bei den Wählern im Osten sehr starke erzkonservative Tendenzen gibt.

DBP_1990_Deutsche_Einheit_600Noch nie ist mir Deutschland so gespalten vorgekommen wie zurzeit. „Konservativ zu sein heißt doch, das Bewährte der bestehenden Ordnung im Grundsatz zu erhalten? Oder liege ich da falsch?“ frage ich mich. Und „Nein“ antworte ich mir, „in Kurzform ist das richtig“. Wieder fällt mir der Satz von, keine Ahnung, ein: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Sonst wird der Revolutionär von gestern zum Konservativen von heute.“ Hat Wolf Biermann das gesagt? War das eine Anspielung auf Fidel Castro? Ich weiß es nicht mehr.

„Wir sollten wirklich aufhören mit diesem ganzen ‚Links-Rechts-Gequatsche‘, der Mensch verhält sich nicht ‚rechts‘, sondern er fährt vielleicht rechts auf der Straße“, sinniere ich so vor mich hin. „Er kann sich konservativ verhalten. Und er wählt dann die Partei von der glaubt, dass sie am besten das Bewährte der bestehenden Ordnung im Grundsatz erhalten will“. Das ist wahrscheinlich in den neuen fünf Bundesländern nicht das Gleiche wie in der alten BRD. Und erstmals haben das mehr Ostdeutsche eher der AfD als den Linken zugetraut.

171003-Kuchen-3Während ich mich noch frage, ob ich mit meiner These völlig daneben liege, bimmelt der Backofen. Also Themawechsel. Der Kuchen ist fertig. Mein „Einheits-Kuchen“. Noch abkühlen lassen und los – den freien Tag genießen. Wahrscheinlich werden wir nachher wieder bei dem Thema landen. Aber egal. Wenn wir versuchen zu verstehen, warum sich andere anders verhalten als man selbst, dann fällt es auch leichter sie zu respektieren. Die kriegen auch ein Stück Kuchen. Die marktschreierischen Populisten aber nicht!

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