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903 und Schluss!

19. Mai 2022

So Leute, das war’s hier. Beitrag 903 und Schluss! Ab jetzt geht’s weiter mit

Meier över dit un dat

meiersven.wordpress.com

Ich bedanke mich bei meinen Lesern und Leserinnen für die vielen Besuche hier und die vielen Kommentare. Es freut mich, wenn wir uns in meiner neuen Blog-Welt wiedersehen würden. DANKE!

903 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Rückblick … Zeit für einen Wechsel!

19. Mai 2022

Wat mutt, dat mutt! Seggt wi so!

Es wird Zeit. Also nicht, dass ich zurzeit viel davon hätte, ich meine viel über, sprich ungenutzte, aber nun gilt es von diesem Blog Abschied zu nehmen und etwas Neues zu versuchen:

meiersven.wordpress.com

Nee, das gefällt mir hier alles nicht mehr so richtig. Das Theme ist von Anno Domini, hat den Schick der Nuller-Jahre … und überhaupt: Nach über 10 Jahren ist mal Zeit für was Neues und wenn ich heute so in mein Archiv schaue, dann war da vielleicht bisweilen auch mehr Masse denn Klasse dabei 😉

Nr. 1 vom 16. März 2009: Damals habe ich über das Wahljahr 2009 sinniert, als Vorlage diente ein eigener Kommentar für eine Zeitung aus dem März 2008:
SPD-Grande Ottmar Schreiner (Anm.: † April 2013) redet Klartext: „Schröder ist der Gründungsvater der Linken“. Öhm, ja, wenn Schröder dieser Gründungsvater war, ist dann Merkel die Gründungsmutter der AfD?
Das Wahljahr 2009 bescherte uns im Weiteren noch drei Legislaturperioden, 12 Jahre, mit einer Kanzlerin Angela Merkel. Ach so, seit der Saison 2011/12 heißt der deutsche Fußball-Männer-Dauer-Meister FC Bayern München. Im Kanzleramt wurde bereits gewechselt, im Männerfußball wird das auch kommen. Irgendwann.
Oh ja, 2008, 2009, damals war ich noch in Amt und Würden. Was ist seitdem nicht alles passiert: Trennung nach 30 Jahren, mit 50 raus aus dem Job-Hamsterrad, Haus in der Alten Heimat verkauft, Umzug nach Ostholstein, Tochter hat geheiratet, Sohn ist gestorben, Enkelkind wurde geboren. Und so manches Mal musste dann dieser Blog herhalten, wenn mich etwas bewegt hat oder ich etwas loswerden wollte.

Nr. 902 vom 19. Mai 2022: Das war’s hier nun. Über 900 Beiträge, dazu noch einige Aufsätze (Seiten). Außer dem Persönlichen liegen in dieser Zeit auch die drei großen Krisen unseres bisher noch jungen 21. Jahrhunderts: Klimawandel, Corona-Pandemie und Russland-Ukraine-Krieg. Viel ist darüber geschrieben worden. Sinniges und Unsinniges, doch eins habe ich in den Jahren gelernt:

1. Weder Emotionen noch die Moral bestimmen, was Lüge und was Wahrheit ist. Nur der Blickwinkel auf dieselbe Realität kann unterschiedlich sein.
2. Wissenschaft ist pluralistisch und grundsätzlich ohne letzte Wahrheiten. Das heißt nicht, dass das Leugnen faktenbasierter Erkenntnisse eine Meinung darstellt.

Dat war’s nu also mit Sven Meier erzält.
Zukünftig, auf neuen Seiten, heißt es Meier över dit un dat. Ich würde mich freuen, wenn ich den ein oder anderen von euch dort wiedersehe.

902 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Der Anti-Söder

8. Mai 2022

Schleswig-Holstein hat gewählt. Ich glaube, noch nie war ein Wahlausgang so absehbar wie heute. Die Leute haben nach meinem Empfinden Daniel Günther gewählt, weniger die CDU. Denn eins muss man ihm zugestehen: Er hat auch in den stürmischen Zeiten der Pandemie den Kurs gehalten. Hat die Segel richtig gesetzt, denn den Wind kann man ja nicht ändern. Das honorieren die Menschen hier im echten Norden, im Land zwischen den Meeren.

Der Wahlkampf der CDU war denn auch ganz auf ihren Spitzenkandidaten und amtierenden Ministerpräsidenten abgestellt. Alle anderen blieben dagegen mehr oder weniger blass. Günther hingegen gilt hier auch als so etwas wie ein Anti-Söder. Mal abgesehen davon, dass er sich im letzten Jahr für Laschet und gegen Söder als Bundeskanzlerkandidaten ausgesprochen hatte, ist das vorlaute, populistische Vorpreschen nun überhaupt nicht sein Stil. Und zum Team Merz wird er auch nicht gezählt, was ihm hier im Land zusätzliche Pluspunkte einbringen dürfte.

Das war nicht immer so, also in Schleswig-Holstein. Die Älteren erinnern sich: „Barschel-Affäre“, „Schubladen-Affäre“, „Heide-Mörder“, „Lolita-Affäre“ – doch diese Polit-Skandale sind lange her. Inzwischen regiert Günther mit ruhiger Hand und ähnlich ruhigen Koalitionspartnern – den Grünen und der FDP, die derzeit bundesweit einzige Jamaika-Koalition.

Die wird nun Geschichte sein. die Frage wird sein: CDU & Grüne oder CDU & FDP. Und ich drücke die Daumen, dass die AfD bei max. 4,9 % stehen bleibt. Und die SPD? Mir fällt kein Grund ein, warum man die hätte wählen sollen …, nö, ehrlich nicht. Aber mich freut’s für den SSW. Ich glaube, die haben ihr bisher bestes Ergebnis erzielt – sie sind als Dänische Minderheit von der 5 %-Hürde ausgenommen und gehören seit eh und je dem Landtag an.

Nachtrag als Chronistenpflicht, 9. MAI 2022

Das vorläufige Endergebnis bestätigt die erste Prognose vom Wahlabend. Die Wählenden in Schleswig-Holstein haben Daniel Günther fast eine absolute Mehrheit beschert, 1 Stimme fehlt, und die rechte AfD deutlich wieder aus dem Landtag gewählt. Gut so!
Die Wahl in SH zeigt einmal mehr, dass gegen einen Amtsinhaber mit Strahlkraft nichts zu holen ist. Daniel Günther erreicht Top-Werte, und das nicht nur bei CDU-Anhängern. Wechselstimmung? Null! Nirgends! Wenn die SPD dazu mit einem Gegenkandidaten antritt, der im Wahlkampf seinen Namen überhaupt erst einmal bekannt machen muss, dann hat die Opposition nicht den Hauch einer Chance. Insofern war die SPD-Niederlage eine mit Ansage. 

901 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Die „rote Bank“

7. Mai 2022

Wie oft habe ich schon auf der „roten Bank“ gesessen? Ich weiß es nicht. Oft jedenfalls, wenn ich meine unsortierten Gedanken wieder halbwegs ordnen wollte. Bspw. habe ich auf dieser Bank bei einer Flasche Wein beschlossen, mit 50 aus dem Hamsterrad auszusteigen und zum Wohle meiner Gesundheit ein Leben ohne 40 Büro-Wochen-Stunden zu führen. Oh ja, diese Bank am Meer hat viele meiner Gedanken geteilt.

Seit einigen Jahren ist die Bank nicht mehr rot, sondern nach einer Restaurierung holzbraun. Egal, ihre Magie hat sie für mich nie verloren und nirgendwo ist für mich die Illusion so real, dass es hinter dem grenzenlosen Horizont immer irgendwie weitergeht. Wenn Route A zu stürmisch ist, dann eben Route B. Den Wind können wir nicht ändern, aber die Segel richtig setzen. Eine alte Weisheit hier an der Küste. Deshalb gibt es das Wort alternativlos auch nicht in unserem Wortschatz.

Zurzeit ist die See im übertragenen Sinne ziemlich stürmisch. Und das ohne funktionierenden Kompass. Soll heißen: Im Gegensatz zu der Klimakrise und der Pandemie gibt es heute keinen anerkannten wissenschaftlichen Konsens, an dem wir uns orientieren können. Es gibt nur viele Meinungen zum Krieg in der Ukraine. Eine hat Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, CDU – und die finde ich insofern bemerkenswert, weil er sich damit gegen seinen Parteivorsitzenden Merz und die CDU-Führung stellt: „Die Mehrheit der veröffentlichten Meinung bildet nicht die Mehrheitsmeinung der Gesellschaft ab, auch nicht meine“. Trifft das nur für die Sachsen mit ihrem hohen AfD-Wähleranteil zu? Warum gibt es bei Meinungsumfragen so unterschiedliche Ergebnisse? Ist es vielleicht so, wie es die taiwanesische ZHONGGUO SHIBAO (engl. China Times) schreibt: „Die Welt nach diesem Krieg entspricht möglicherweise nicht dem Bild, das in den westlichen Medien gemalt wird.“ (Internationale Presseschau vom 5. Mai)? Der Mainstream-Artikel im Postillon ist jedenfalls Satire. Quer-Addieren ist etwas für Verwirrte. 1+1=2. Das ist kein Mainstream, das ist Wissenschaft. Punkt! Klammer auf: kann aber auch =0 sein, denn (1+1) mod2 = 0, weil GF(2) := Z:= {0, 1} = alles eine Frage der Definition, Klammer zu.

Bevor ihr mich nun für verwirrt haltet: Das 1+1 kann auch =0 sein kann, habe ich widerwillig von einer Mathematikerin lernen müssen 😉 Und ja, es ist für mich zu so etwas wie eine Metapher geworden, dass eben vieles im Leben eine Frage der Definition derselben – oder des Blickwinkels auf dieselbe – Realität ist. Wenn uns die Wissenschaft nicht weiterhilft, bleibt uns noch die Ethik & Moral. Nur ist es mitunter nicht so einfach, das Richtige vom Falschen zu unterscheiden und nicht selten endet das dann in einem Dilemma. Der Zeitgeist mag dabei nicht immer ein hilfreicher Ratgeber sein. Denn schon Goethe wusste: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht (mehr) los!“ Wobei „Geister“ selbstverständlich auch einer Definition bedarf 😉

Blick von der „roten Bank“: Los werden wir auch die LNG-Tanker in der Ostsee nicht mehr. So ändern sich die Zeiten. LNG, liquefied natural gas, gestern noch verteufelt, heute so begehrt wie nie. Die SH-Grünen haben wenige Tage vor dem Kriegsausbruch auf ihrem Parteitag noch den Bau eines LNG-Terminals in Brunsbüttel abgelehnt. Heute werden sie an der deutschen Nordseeküste im Eiltempo gebaut, sehr zum Unmut deutscher Umweltverbände. Die Deutsche Umwelthilfe hat sogar Widerspruch eingelegt. Ist das nun hilfreich? Gerade jetzt? Ist das so wie 1+1=3? Ich weiß das alles nicht. Aber wenn ich das für mich mal würde wissen wollen, dann habe ich ja die „rote Bank“. Plus eine Flasche Wein 😉 Die hilft beim Sortieren der Gedanken 😉

Mai = Rapszeit. Ein paar Rapsfelderfotos habe ich auch noch :->

900 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Meiers Rückblick 22/04 in 100 Sekungen

1. Mai 2022

April 2022. Was soll man zum letzten Monat sagen? So’n Schiet … immer fallen mir zuerst die bad Storys ein. Dabei gab & gibt es auch viele schöne Momente. Ok, ja, die Storys sind bebildert im Fotoblog.

Ostern war. Und viele Oster-Friedens-Marsch-Marschierer haben sich gefragt, ob das mit „Keine Waffen in Kriegsgebiete“ wirklich so der Weisheit letzter Schluss ist? Zumindest unser Primus-inter-pares-Grüner Robert Habeck hat seine Antworten gefunden: 1. „Pazifismus ist derzeit ein ferner Traum“ (16., ARD) und 2. „… die Ukraine kämpft für uns einen Krieg, der die Freiheit Europas verteidigt.“ (24. ZDF). Ok, wenn Dr. phil. Habeck das sagt, dann wird das wohl stimmen. Und dann müssen wir natürlich auch alles was schießt in die Ukraine schicken.

Meinungsumfragen: Man muss nur suchen, dann findet man ein Ergebnis, welches einem passt. Die ARD kommt bei der Zustimmung für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine zu anderen Ergebnissen als das ZDF. Wie ist das zu erklären? Ich finde das merkwürdig 😉
Man beachte auch die Veränderungen. Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.

Der Rest? Na ja. Die Corona-Zahlen sinken. Offiziell. Tatsächlich scheint niemand mehr so richtig zu wissen, was wirklich los ist. Die Dunkelziffer der Erkrankten soll immens hoch zu sein, ohne dass das zu einer Überlastung der Kliniken führt. Vielmehr habe man, so höre ich, mit erkranktem Personal zu tun. Überall. Meine Tochter schilderte mir vor Tagen, dass von ihrem 80-köpfigen Lehrerkollegium 20 wegen Corona ausgefallen sind. Und so weiter, und so weiter. Jetzt scheint sich zu bestätigen, was namhafte Experten schon immer geweissagt haben: Die Infektion ist keine Frage des Ob, sondern nur des Wann. Geimpfte haben dabei in der Regel nur grippeähnliche Symptome, da müssen wir nun wohl durch.

Nächsten Sonntag sind bei uns in Schleswig-Holstein Landtagswahlen. Welche Partei ich unter keinen Umständen wählen würde, war mir klar. Für den Rest, um nicht selber denken zu müssen 😉 habe ich den Wahl-O-Mat bemüht. Na denn …! Meine Prognose ist allerdings, dass CDU-MP Günther unser MP bleiben wird, wieder in einer Koalition mit den Grünen. Die FDP wird er aus der Jamaika-Koalition nicht mehr brauchen, was m. E. kein Verlust für unser Land wäre. Außer Sprüchen ist mir von denen nichts nachhaltig in Erinnerung geblieben. Wir werden sehen: Wiedervorlage kommenden Sonntag um 18 Uhr.

Apropos Wahlen: Mit der in Frankreich am vergangenen Sonntag ist die EU irgendwie noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. So fühlt es sich für mich jedenfalls an. Das Ergebnis der Rechtspopulisten mit ihren antieuropäischen Parolen sollte uns allerdings zu denken geben. Auch im Hinblick darauf, dass unserem Kanzler Scholz in den nationalen und internationalen Medien eine Führungsrolle zunehmend abgesprochen wird. Mein Porträt von ihm vom Dezember würde ich heute wohl stellenweise anders formulieren und mehr auf seine Kommunikationsdefizite verweisen. Schlimmer noch: Wenn dieser Tage die Jungspunde Habeck (51), Baerbock (41), Lindner (43) & Klingbeil (44) Kanzler Scholz (63) wegen des Koalitionsfriedens in Schutz nehmen, dann klingt das für mich fast etwas mitleidig, so als wenn sie erklären wollten: „Wir müssen mit Opa Scholz und der alten Tante SPD Geduld haben, sie können nicht schneller!“ 😉

***

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899 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

An Tagen wie diesen: „Die Schlafwandler“

22. April 2022

Es gibt diese Tage, wo mi alle mol an’n Mors kleien könn. Ich gestatte mir zwei solcher Tage. Aus Gründen. Und dann bin ich wohl auch nachdenklicher, sinnier so vor mich hin. Vielleicht sinniere ich in der letzten Zeit, ich sag‘ mal in den letzten 8 Wochen, mehr als sonst? Mag sein.

Na ja, während ich da so auf der Bank sitze und auf’s Meer blicke, kommt mir Christopher Clark in den Sinn, genauer sein Buch

Die Schlafwandler
Wie Europa in den
Ersten Weltkrieg zog

Vielleicht komme ich deshalb drauf, weil ich das gestern schon einmal in einer Antwort an Eberhard erwähnt habe? Mag sein. Vielleicht aber auch weil ich weiß, dass nicht nur ich mich in dieser Kriegszeit an das Buch erinnere.

Christopher Clark ist ein australischer Historiker und lehrt(e) in Cambridge. 2012 veröffentlichte er sein Buch The Sleepwalkers, das 2013 auch in der deutschen Übersetzung als Die Schlafwandler erschien. Er beschreibt darin, wie Europa 1914 mit schlafwandlerischer Sicherheit in den Ersten Weltkrieg geschliddert ist. Das Besondere an dem Buch ist für mich, dass Clark nicht nach dem oder den Schuldigen sucht. Dazu merke ich an, dass die Frage nach einer Schuld für mich so wie so in den Gerichtssaal gehört, oder meinetwegen auch in die Kirche. Clark hingegen hat die historischen Quellen, vom Belgrader Königsmord 1903 bis zum Attentat von Sarajevo 1914, gesichtet, interpretiert, mit Narrativen, Vorurteilen aufgeräumt und seine Ergebnisse, die Herausarbeitung der Verursacher, m. E. plausibel nachvollziehbar begründet – ohne dabei für die eine oder andere Seite einen Rechtfertigungsgrund zu liefern. Vielmehr sagt er:

In dieser Geschichte gibt es keine Tatwaffe als unwiderlegbaren Beweis, oder genauer: Es gibt sie in der Hand jedes einzelnen wichtigen Akteurs. So gesehen war der Kriegsausbruch eine Tragödie, kein Verbrechen.

Christopher Clark, 2012, „Die Schlafwandler – Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, Seite 716

Das unterscheidet m. E. den Ersten vom Zweiten Weltkrieg, wo eine Tatwaffe eindeutig zuordenbar ist. Beim Begriff Tragödie muss ich allerdings stets unweigerlich an Karl Marx denken, der einst über Hegel sagte:

Hegel bemerkte irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er vergaß hinzuzufügen: Das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Karl Marx, 1852, aus „Über andere Personen“, Seite 115

Niemand wird bezweifeln, dass der Erste Weltkrieg eine Tragödie war ….
Und genau das bereitet mir heute Sorgen. Das, was auch als Sarajevo Incident bekannt ist: Ein Ereignis, welches wie ein Zündfunke eine schwelende Krise zum endgültigen kriegerischen Ausbruch bringt. Da bin ich beim Preußen Clausewitz:

Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.

Carl von Clausewitz, „Vom Kriege“, Buch I, Kapitel 1, Abschnitt 24

Das will heißen, dass kein Krieg einfach so passiert, sondern stets eine politische, diplomatische Vorgeschichte hat. Noch haben wir im westlichen Europa nur eine schwelende Krise, um bei diesem Terminus zu bleiben. Noch ist der Krieg auf die östliche Ukraine beschränkt. Nicht nur Historiker sind sich heute einig, dass die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn sich ein Krieg 1914 nach dem Sarajevo-Attentat allein auf Österreich-Ungarn und Serbien beschränkt hätte. Aber egal, es ist wie es ist und wir können nur hoffen, dass sich zumindest diese Geschichte nicht wiederholt.

In einem Punkt lag Mister Professor Clark jedoch daneben: In einem Interview im Januar 2014 antwortete er auf die Frage, ob wir heute vor solchen furchtbaren Entwicklungen gefeit sind?

… Aber in Europa ist, glaube ich, die Gefahr eines solchen Krieges gebannt. Weil es andere Strukturen gibt …. Und weil die Staatsführungen zunehmend vernetzt sind, weil es schiedsrichterliche Institutionen und Kompetenzen gibt, die es eben damals (1914) nicht gegeben hat, … weil es zunehmend eine konsensfähige Sicht auf die Problem-Situationen gibt. Und so ist, glaube ich, Europa-intern diese Gefahr (eines Krieges) gebannt.

Christopher Clark, DLF-Interview mit Thilo Kößler, 20. Januar 2014

Wie gesagt, Januar 2014. Zwei Monate später, im März erfolgte die Annexion der Krim durch die Russen und im April 2014 begann der Krieg durch von Russland unterstützte Separatisten im Donbas. Dann kam als nächstes der 24. Februar 2022. Das weitere, Sarajevo-Incident und Zündfunke, und so weiter, will ich mir gar nicht ausmalen. Aber mir wird bange, wenn ich heute Politiker und Journalisten höre, die lauthals die Lieferung von Panzern und so’n schweres Waffen-Gedöns an die Ukraine fordern. Vielleicht ist das irgendwann ein Panzer zu viel ….

898 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Moin. Nach Ostern …

19. April 2022

Ostern: Wir waren unterwegs (Sonderburg, DK -> Fotoblog) und ich höre im Radio einen Kommentar:

Mehr Scholz, weniger von der Leyen, mehr Klitschko, weniger Melnyk, mehr Verstand, weniger Gefühl.

Christoph Schwennicke, NDR

Damit trifft er zurzeit genau meinen Nerv. Jetzt wieder zuhause empfinde ich erst so richtig, wie angenehm wohltuend es war, nicht täglich in unseren Medien mit allen möglichen Meinungen zum Ukrainekrieg konfrontiert zu werden. Und eine Bekannte, die wir in Dänemark trafen und die gerade in Schweden war, erzählt, dass dort nicht so exzessiv über den Krieg in der Ukraine berichtet wird wie bei uns in Deutschland – und trotzdem wüssten alle Bescheid. Ich muss in solchen Momenten stets an Kurt Tucholsky denken.

Auch habe ich Zweifel, ob der medial vermittelte Eindruck so die Stimmung im Land widerspiegelt. Und schon gar nicht in den Sozialen Medien:

Manchmal ist es nach meinem Empfinden doch überraschend, wenn der durch die Medien vermittelte Eindruck durch repräsentative Umfragen nicht bestätigt wird. Wobei Umfragen natürlich mit Vorsicht zu genießen sind. Aber vielleicht wird in unserer Gesellschaft tatsächlich weniger moralisierend der Finger erhoben, gibt es „mehr Verstand und weniger Gefühl“ als in den Medien. Und mit Sicherheit gibt es in anderen europäischen Ländern keinen Ukrainischen Botschafter wie Andrij Melnyk in Berlin, der mit seiner Un-Diplomatie die deutschen Journalisten und Politiker versucht vor sich her zu treiben. Vielleicht ist es ganz gut, dass ihm das zumindest bei unserem Bundeskanzler Olaf Scholz offensichtlich nicht gelingt.

897 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Antwort von Herrn Dingsbums – mit Hansa Rostock als Beispiel

13. April 2022

Heute Morgen hatte ich eine Mail in meinem Posteingang. Also nicht nur die eine, aber eine von einem, mit dem ich nun überhaupt nicht gerechnet hatte. Nämlich von Herrn Dingsbums. Natürlich heißt Herr Dingsbums nicht Herr Dingsbums, aber es gibt es Anekdote dazu, warum ich ihn so nennen darf. Und weil Herr Dingsbums mir ausdrücklich gestattet hat, seine Zeilen zu „verarbeiten, aber bitte nicht unter Klarnamen“, bleibt es beim Herrn Dingsbums.

Ich muss vorwegschicken, dass Herr Dingsbums vor 60+ Jahren in Mecklenburg, also in der ehemaligen DDR, geboren wurde, aufgewachsen ist und heute noch lebt. Wir kennen uns, ich sag‘ mal jobbedingt, seit rund 15 Jahren. Allerdings ist der Kontakt in den letzten Jahren aus gleichen Gründen beinahe eingeschlafen – bis so auf die ein, zwei Mails bzw. Anrufe im Jahr zu gegebenen Anlässen. Unser Umgang war und ist respektvoll professionell und deshalb sind wir über das Sie auch nie hinausgekommen.

Nun schreibt er mir, dass er meinen letzten „sinnierenden Artikel“ gelesen habe und er zwar kein „hochdekorierter Soziologe“ sei, dennoch etwas „aus der Sicht eines Ex-DDR-Bürgers darlegen“ möchte: (c&p)
„Wir haben bei uns zuhause nicht nur Ostseeluft inhaliert, sondern auch Russland. Für mich waren das 30 Jahre Russland in der Schule, Russland in der Ausbildung, im Studium und Russland später im Beruf. Dem hätte man sich nur entziehen können, wenn man sich ins Abseits gestellt und die Folgen in kauf genommen hätte. Wer so sozialisiert worden ist, hat automatisch eine andere Sicht auf Russland als jemand aus dem Westen. Für uns in der DDR war das Leben mit den Russen eine Imagination der Balance. Eine Balance zwischen dem Warschauer Pakt und der Nato. Heute im Kriegsfall setzen die alten Denkmuster wieder ein, die uns von Kindheit an eingetrichtert worden sind und die oft von den heute Alten an die heute Jungen weiter vermittelt worden sind. Das ist ein großer Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Diese Denkmuster können nicht so ohne weiteres durchbrochen werden, es bildet sich ein verzerrter Blick auf die Realität.“

Etwas schmunzeln musste ich bei seinem folgenden Beispiel aus der Fußballwelt: (c&p)
„Wem Hansa Rostock mit in die Wiege gelegt wurde, der wird nie ein Fan von Bayern München werden.
Als im Mai 1991 unsere Rostocker Fußballer erstmalig DDR-Fußball-Meister wurden, als letzter seiner Art, und eine Woche später auch noch das Double mit dem letztmals ausgespielten DDR-Pokal holten, fanden diese geschichtsträchtigen Ereignisse im Westfernsehen nur ein beiläufiges Interesse. Das hat uns damals irritiert und sehr enttäuscht. Was mit der der folgenden ersten Gesamtdeutschen Bundesliga-Saison 1991/92 im Herbst 1991 folgte, werden wir nie vergessen: In der Reihenfolge: Zuhause gegen Nürnberg 4:0 gewonnen, in München den Bayern die Lederhosen mit 2:1 ausgezogen und am dritten Spieltag zuhause Borussia Dortmund mit 5:1 vom Platz gefegt. Hansa Rostock war der erste Tabellenführer der Gesamtdeutschen Bundesliga.
Selbst wenn Hansa Rostock heute in der Zweitklassigkeit vor sich hin dümpelt: Das was war, das gehört zu unserer DNA. Das was war, das waren auch die Russen, die zu unserem Leben gehörten, mit denen wir gefeiert haben und wir waren froh, dass sie in der Zeit des Kalten Krieges zu unserem Schutz da waren. Das war unsere Wahrnehmung. Vielleicht waren die Westdeutschen genau so froh über die dort stationierten Amerikaner, Engländer und Franzosen.
Gerne sagt man, der Fußball ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wenn das stimmt, dann wäre dieses Beispiel ein treffend erklärendes und verdeutlicht, warum viele Menschen in der ehemaligen DDR die Russen mit anderen Augen betrachten als die Menschen im Westen und warum gestern Abend kein Hansa-Fan traurig war über das Ausscheiden der Bayern aus der Champions-League.“

Ich sag‘ mal so: Das Beispiel hat was und das will ich auch nicht vom Tisch wischen. Was Herr Dingsbums jedoch nicht erwähnt hat: Hansa Rostock ist am Ende der Saison abgestiegen.
Es folgten noch einige Zeilen mehr, aber die würden den Rahmen hier vielleicht sprengen. Allein diese Zeilen sind, finde ich, hoch interessant. Und nein, ich hatte nie das Gefühl, Herr Dingsbums sei dem rechten Lager zuzuordnen, im Gegenteil:
„Nord Stream 2 war für uns ein wichtiges Projekt für Mecklenburg-Vorpommern und in Sachen Energieversorgung für die Bundesrepublik – ein fataler Fehler, wie wir heute wissen.“
heißt es in der Mail. Das klingt mir ziemlich nach SPD-Schwesig-Sprech. Egal, es ist wie es ist, bin ab morgen denn mal weg, vielleicht gibt’s noch ein paar Fotos … -> gibt es – wir lesen uns:

Schöne Ostertage!

896 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Meier sinniert … (II)

11. April 2022
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Butscha. Ende März 2022. Das Massaker. Oder muss ich sagen, objektiv und juristisch korrekt, das vermeintliche Kriegsverbrechen? Bekanntlich stirbt in jedem Krieg die Wahrheit zuerst. Zu Butscha behaupten Ukrainer einen russischen Völkermord, Russen sprechen von einer ukrainischen Inszenierung.

Solche Hinweise, wie hier bei der Tagesschau, gibt es auf allen gängigen Nachrichtenseiten. Und so sehr die Vor-Ort-Reporter:innen wie bspw. Katrin Eigendorf (ZDF) und Georg Restle (ARD) um Objektivität bemüht sind, eine gewisse Emotionalität können sie – verständlicherweise – nicht ausblenden – was sie auch zugeben. Irgendwie wirkt dann doch alles bisweilen subjektiv. Damit meine ich nur die ÖR. Und die Privaten? Nee, die tue ich mir nicht an, das ist mir zu sehr Katastrophenpublizistik (Heribert Prantl) und dient mir neben der Berichterstattung besonders den Einschaltquoten und Klicks. Das sind meine Gedanken. Trotz alledem: Angesichts der Bilder wie oben aus Butscha, die es aus diversen Agentur-Quellen zurzeit zuhauf gibt, sprechen die Indizien und die von vor Ort tätigen NGOs vorgelegten Beweise, wie bspw. von Human Rights Watch, für sich und es gibt null Hinweise auf eine Entlastung Russland. Nur nachgewiesene russische Fakes. Punkt!

Punkt? Nee, nee! Es gibt nach wie vor Leute, die meinen, dass alles nicht so ist, wie es scheint, die eine ganz andere Sicht haben als die allgemeine. Freitag erhielt ich diese Mail:

Ja, wir waren „so gründlich anderer Meinung“! Jedem zwar seine, aber als zu Kriegsbeginn Putin-Narrative verbreitet wurden, von wegen mit der vertragsbrüchigen Nato, Osterweiterung und so, habe ich dem energisch widersprochen und auf den historischen Kontext verwiesen. Na ja, nun das, der oberste Link:

Würde man dem Link folgen, könnte man solche Sätze lesen:
Es ist verrückt, man kann sagen, es herrscht eine regelrechte Hysterie. Was mir auffällt und was mich sehr stört, ist, dass niemand die Frage stellt, warum die Russen einmarschiert sind. … Zunächst muss klargestellt werden, dass Putin weder verrückt ist noch die Realität verloren hat. … Der Krieg ist sicher nicht gegen die ukrainische Bevölkerung gerichtet. Das wurde von Putin immer wieder gesagt. Man sieht es auch an den Fakten. …
Wohlgemerkt, veröffentlich am 15. März. Angesichts der zweieinhalb Wochen später aufgenommenen Bilder aus Butscha müssen diese Worte für jeden Ukrainer wie ein Schlag in die Magengrube wirken.
Der zweite Link, veröffentlicht am 6. April, spricht für sich,
„angebliches Massaker, unsägliche MSM (Mainstream Meinung), allgemeine Kriegshetzte“:

Zum Vergrößern jeweils auf die Bilder klicken.

Das nur zu der Mail. Und ich frage mich, sinniere: „Warum sind diese Menschen so? Was motiviert sie? Warum sehen sie nicht das Offensichtliche? Oder bin ich fehlgeleitet?“ Und mit mir die Redaktionen aller weltweit großen Medienanstalten und Verlage? Kann man wirklich manches anders sehen, als es in den Medien dargestellt wird? Oder was steckt dahinter?

Forscht man nach, kommt man schnell zu diesem Ergebnis: Viele, nicht alle, die sich heute pro-russisch hervortun, waren auch schon in der Pandemie als Corona-Leugner und Maßnahmen-Gegner präsent. Es sind dieselben rechts ausgerichteten Online-Magazine & Blogs, nicht nur aus Deutschland, ebenso aus Österreich und der Schweiz, die heute die russische Propaganda weitertragen und viel Sympathie für Putin & seine Kreml-Clique hegen.
Und noch eins wird deutlich: Wie schon während der Pandemie, gibt es nun auch während des Krieges in Ostdeutschland eine teils andere Sichtweise als in Westdeutschland. Das sage nicht ich, das sagt bspw. Silke Satjukow, 1965 in Weimar geboren, heute Historikerin & Professorin an der Uni Halle. Das korrespondiert mit dem Wahlverhalten in Ostdeutschland, wo die AfD Zuspruch hat wie nirgends sonst in Deutschland.
Tja, nun kann ich sinnieren solange ich will, kann unzählige Erklärungsansätze von hochdekorierten Soziologen lesen, solange es keinen Konsens über das Anerkannte gibt, wird es wohl so bleiben wie es ist. Oder wie Dietrich Bonhoeffer Von der Dummheit schrieb, bevor er 1945 von den Nazis hingerichtet wurde:

Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen – sagt man. Die Pharma-Industrie wird wohl bald eins erfinden, da der Bedarf weltweit steigt!

Willy Meurer, deutsch-kanadischer Aphoristiker & Publizist

895 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

Meier sinniert … (I)

9. April 2022

Vorweg: Dieser Beitrag gibt – einmal mehr – nur meine Gedankengänge wieder und ich schreibe für mich, um meine Gedanken besser sortieren zu können. Niemand soll sich gemüßigt fühlen, sich meinen Überlegungen anzuschließen.

Als fast schon pathologischer Optimist bin ich im Grunde ein Anhänger des Idealismus und denke, dass durch Gespräche im Kleinen und Verhandlungen im Großen die Anarchien in den zwischenmenschlichen, wie internationalen Beziehungen einzuhegen sind, dass Appelle an die eigene Verantwortlichkeit und die gegenüber anderen etwas bewirken. Also theoretisch. Die Praxis, der Realismus, so irreal der mitunter ist, überzeugt mich allerdings beinahe täglich vom Gegenteil.

Neulich: Eine Mutter drapiert ihre beiden Grundschulalter-Kinder mittig in der Düne, zwei Meter neben dem Schild „Verboten“. Der Vater, Typ idealistischer Waldorfschul-Pädagoge, erklärt seinen Kindern (!), dass das nicht richtig ist, was sie da tun, verbunden mit der Frage, „und wisst ihr, warum das nicht richtig ist?“ Die Kinder hören hingegen weiter auf die Ansagen der Mutter: „stellt euch weiter zusammen, noch ein bisschen links, bitte lächeln“, worauf ihr Mann, sie anraunzt: „Hörst du nicht, was ich gerade mit den Kindern rede?“
Steiners anthroposophische Lehre lässt grüßen.
Da frag’ ich mich doch: „Hallo, warum kann man nicht einfach eine Regel beachten? Klare Ansage. Punkt!“ Na ja, das ist eben dieses berühmte Ding an sich, dieser Begriff aus der Erkenntnistheorie, nun lässt auch Kant grüßen. Bevor ich zu sehr ins Philosophische abschweife, kürze ich ab zur Erkenntnispraxis. Die besagt nämlich, dass ohne Regeln – leider – nichts funktioniert. Dazu gehört ebenso leider, dass selbst einfachste Regeln immer wieder ignoriert werden und dass es manchmal mit dem gesunden Menschenverstand à la Kant nicht weit her ist, wenn das eigene Ego eine andere Überzeugung hat oder die erst einmal ausdiskutiert werden muss.

Wenn es denn alles so wäre, wie es idealerweise sein könnte, bräuchten wir keine 1.000 Gesetzbücher, keine Verbotszeichen, keine Impfpflicht und keine Haussatzungen. Doch wie war das noch mit Kants kategorischen Imperativ, diesem Prinzip des moralischen Handelns? Tja, mit der Moral ist das bekanntlich so eine Sache, zumal, wenn man sich eine doppelte leistet.

(Real)Satire: Leider kennen scheinbar die wenigsten Kant und noch weniger seinen kategorischen Imperativ.
Ergo: Was wären wir Bürger in einer Gesellschaft von Gemeinschaftsstörern, Kleinganoven und Falschparkern?
EIN LECKES BOOT IM OZEAN DER ANARCHIE!
Dabei wäre die Welt so was von in Ordnung, wenn jeder Idealist einsehen würde, dass es ohne die ordnende Kraft von Ordnungshütern, Hauswarten und Obacht gebenden Nachbarn einfach nicht geht. Denn an den Kreuzwegen des täglichen Lebens regeln die den Verkehr. Wo kämen wir denn sonst hin? Stattdessen werden Aufpassende angepöbelt, für dumm verkauft und versinken in der Depression des täglichen Seins. Oder so ähnlich. *Satire aus*

Manchmal sinniere ich, was die alten Philosophen, Kant, Hegel, Marx, heute so sagen würden? Würden sie vielleicht den Neorealismus propagieren? So wie Kenneth Waltz den in seinem 1979, also mitten im Kalten Krieg, erschienenen Buch Theory of International Politics beschrieben hat: Die Staaten sind vom Selbsterhaltungstrieb geprägt, sie sind auf ihren Vorteil bedacht, verweigern sich ungünstigen Kooperationen, und wegen der anarchischen Struktur des internationalen Systems meinen sie schlimmstenfalls auf einen Konfliktfall vorbereitet sein müssen. Wer weiß das schon? Aber vielleicht sind wir heute, 2022, wieder näher an 1979 und an Waltz, als manche meinen.

894 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

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