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Abrechnung

20. Oktober 2018

Levke-einkaufen-b

„Ich bin krank“, so erklingt es Montag krächzend aus dem Telefon, was aber weniger an der Verbindung liegt, sondern vielmehr an den Stimmbändern meiner Tochter. „Und die Kleine?“ ist natürlich gleich die Frage des besorgten Opas, also meine. „Die ist noch fit, aber ich hoffe, dass ich sie nicht anstecke. Und G. (mein Schwiegersohn) muss morgen für drei Tage auf Dienstreise.“ Na denn …, da ich gerade mal vier freie Tage im Kalender stehen habe – hier sind noch Ferien – fahre ich wieder 270 km runter. Sonst bin ich bei meinem Lebenshilfe-Job für andere Familien da, diesmal für die eigene.

„Opa Tue antien und Mili kaufen!“ – die Kleine weiß, was sie will. Selbstverständlich will sie beim Einkaufen ihren Kinder-Einkaufswagen selbst schieben. Beim Bezahlen fragt mich die Kassiererin, ob ich den Bon haben möchte? „Ja, bitte, ich muss mit meiner Tochter abrechen“, antworte ich. Aus dem Kindermund: „Abrechnen. Mit Mama alle abrechnen. Jaaha!“ Dabei blickt sie so wichtig, als wolle sie gerade – mal wieder – die Welt erklären. Von wem sie das wohl hat?

Abrechnen wollen auch die CSU-Bayern: Seehofer droht Söder mit Abrechnung – was ich erwartet habe – und die FC-Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß rechnen mit den Medien und Experten ab: „Geht’s eigentlich noch?“ – was mich nur mein haarloses Haupt schütteln lässt. Sportjournalismus ist halt bisweilen Boulevard-Journalismus unterster Schublade, aber wir haben die Pressefreiheit. Und wer Respekt für sich selbst einfordert, der sollte den auch anderen zuteil werden lassen. So eine bigotte Pressekonferenz habe ich selten erlebt und die der Bayern gestern lässt meine FCB-Sympathie-Kurve stark nach unten abfallen. Das ist für mich Realsatire in Reinkultur!

Mitteilung Sparda Bank Hannover (Auszug) vom 15.10.2018

Abrechnen werde ich auch mit meiner Bank. Seit 43 Jahren habe ich mein Gehaltskonto bei der Sparda Bank Hannover und noch nie Gebühren für die Kontoführung bezahlt. Ab 1. Januar soll sich das ändern. Nach dem Willen der Bank, aber nicht nach meinem. Nein, spätestens seit meinem Umzug hier an die See nutze ich das Konto eh nur noch online und dann kann ich auch zu einer andere Bank wechseln mit gebührenfreier Online-Kontoführung. Immerhin sind 36 € im Jahr 30 Kugeln Eis bei unserem Strand-Italiener. Haben oder nicht-haben 😉

In dem Sinne: habt ein schönes Wochenende 😉

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Das und der Glück

15. Oktober 2018

Screen-Glücksatlas-2018

DAS GLÜCK: Der neue „Glücksatlas“ ist online (Bild vergrößern). Die Deutsche Post gibt mit dem Glücksatlas zum 8. Mal in Folge einen Überblick über die Lebenszufriedenheit und das Wohlergehen der Deutschen. Wieder auf Platz 1: Schleswig-Holstein. Mit anderen Worten: Hier um mich herum leben die glücklichsten Menschen Deutschlands! Na, ja, jedenfalls so ungefähr, denn das Ergebnis ist durchaus differenziert zu betrachten. Bei den Einkommen liegen wir bspw. nur auf Platz 5 und im Punkt Arbeit auf Platz 8, aber in der Summe aller Kriterien sind wir die Glücklichsten. Ergo, Geld alleine macht nicht glücklich!

DER GLÜCK: Der Alois aus Bayern, das Relikt aus vergangenen Stoiber-Zeiten. Der hat schnell und messerscharf analysiert, warum die bayerische CSU ihr Gespür als Volkspartei verloren hat und mit ihrem Landtagswahlergebnis da steht, wo sie steht. WOW! Die Dezimalsozikraten haben kein(en) Glück und müssen nun (selbst) sehen, wie sie sich ihr grandioses Scheitern erklären. Pünktlich um 18:00 Uhr sitzen wir gestern in Lübeck bei einer alten Freundin vor dem Fernseher um uns die Prognose anzusehen. AU HA! Zeitgleich beginnen die Glocken der nahen St. Matthäi Kirche zu läuten. Ein Omen? Läuten sie das Ende ein? Wenn ja, welches? Oder von wem?

Twain-Zitat-Glück-bIch sage zu meiner Freundin: „Wenn ich dir vor 30 Jahren prophezeit hätte, dass die Grünen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten stellen und in Bayern zweitstärkste Partei werden würden, dann hättest du mich wahrscheinlich gefragt: ‚Sven was hast du geraucht?‘ und mir empfohlen ’nicht so viel davon zu nehmen‘.“

Zum Glück können wir darüber lachen und wir brauchen keinen Glück, der uns die Wähler-Welt erklärt. Nee, nee, dann lieber unseren Scharbeutzer „Strandsalon“ statt eines bayerischen Biergartens.

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Heißer Herbst – was soll nur werden?

14. Oktober 2018

Tweet-Postillon-Zucker-1809200945Nach meinen “warmen Herbst-Bildernaus dem Harz und hier von der Bucht ….
Nein, so nicht, ich fange noch mal an: Kaum bin ich für ein paar Tage weg, da stehen die Bayern nur noch auf Platz 6. Also die Fußballer vom FC. Die Christsozialen, welch widersinnige Bezeichnung der bayerischen Unions-Politiker, stehen zwar weiter auf Platz 1, aber in den Umfragen nur noch bei 35 %. Ui, ui, ui.

Und dann noch die vom Postillon verbreitete Meldung, dass nach neuesten Informationen Zucker zu viel Zucker enthält (Bild größer). Oi, oi, oi. Auch das noch! Was soll nur werden? Ist denn auf nix mehr Verlass? Dazu verlieren unsere Fußballer, die “Wir sind Ex-Weltmeister”, gestern auch noch 3:0 gegen die Niederlande. GEGEN HOLLAND!!! Das muss Mann erst einmal verdauen. Dass der Hambacher Braunkohle-Forst doch nicht abgeholzt werden darf und unsere Autos zukünftig 35 % und nicht nur 30 % weniger Schadstoffe ausstoßen sollen dürfen, klingen dagegen wie Randnotizen im medialen Alltag. Aber wer hat’s zum Wohle des Klimas entschieden? Ein Gericht bzw. die anderen EU-Umweltminister – GEGEN DIE DEUTSCHE POLITIK. Jedenfalls gegen die der amtierenden Regierung. Wenn das mit solchen Meldungen so weitergeht – ich weiß nicht – das Ende naht?

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Und tschüss! Ich bin dann mal draußen den (klimagewandelten) “goldenen Oktober” zu genießen. Und um 18:00 Uhr werde ich vorm Fernseher sitzen – wegen “Ende usw.”
und die Reporter werden (die [CSU]-Politiker) fragen: „Was soll nur werden?“ Zwinkerndes Smiley

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Ruhe. Nächster Stopp: 14. Oktober

25. September 2018

Scharbeutz. Leerer Strand – ohne Körbe. Gestern, 24. September

Es ist Ruhe eingekehrt. Das ist gut so. Es war ja auch einiges los, die letzten Tage (meine Bilder dazu -> KLICK): Von Sonnenschein bis Sturm und Regen hatten wir alles. Unser Wetter in SH war vielleicht ungefähr so wie die Stimmungslage im Kanzleramt oder im Berliner Willy-Brandt-Haus.

Welt-Ende Am Wochenende war ich am Ende von Welt, gefühlt aber wie am Ende der Welt. Das ist da, wo es mehr blökende Schafe als Menschen gibt, der Gegenwind den Charakter formt  und wo selbst der graueste Himmel angeblich so schön strahlt wie nirgends wo anders in unserer sonst so bunten Republik. Als politischer Mensch kann ich nicht anders, aber irgendwie hat mich selbst das an das politische Berlin erinnert. Bääh, bääh!

Nun gut. Und schwarze Schafe gibt es überall. Auch am Ende von Welt. Isso!

schwarzes Schaf

Ich mache mich hier für die nächsten Tage mal vom Acker. Apropos Acker: Wisst ihr, worum es sich bei einem „Ackerschnacker“ handelt? Nein? Nein, das ist kein redseliger Friese, Schleswiger oder Holsteiner. Die sind alle nicht so redselig und das Hamburger „Moin, moin“ gilt für die schon als Gesabbel. Einmal „Moin“ reicht. „Ackerschnacker“ nennen wir auf plattdeutsch ein Handy – weil man damit auf dem Acker schnacken kann 😉 So, meinen „Ackerschnacker“ werde ich dann mal zur Seite legen und die Ruhe eines Urlaubs genießen. Einfach mal raus. Tapetenwechsel. Ich denke mal, dass ich spätestens am 14. Oktober wieder hier bin um zu sehen, welcher Bayer als schwarzes Schaf herhalten muss 😉

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Was der Dieter wohl dazu sagen würde …?

19. September 2018

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Ich habe Dieter Hildebrandt gemocht. Er war für mich ein ganz besonderer politischer Kabarettist der alten Schule. Gefallen hat mir seine verbindliche Art zu plaudern – bisweilen stotternd assoziativ – doch wenn er uns sagte, meinte er auch uns – uns alle nämlich.

Als ich gestern am späten Spätnachmittag – vielleicht war es auch schon am frühen Frühabend – im Autoradio das Ergebnis des Koalitionsgipfels hörte, fiel mir ad hoch nur ein Attribut dazu ein: „Grotesk. Das ist doch grotesk!“ Heute kann ich in allen Online-Zeitungen nachlesen, dass ich mit meinem Empfinden nicht alleine dastehe. >Ironie an< „Das beruhigt mich ungemein!“ >Ironie aus< Nein, in der Sache wurde vielleicht die Regierungskoalition gerettet, aber auch sehr viel Vertrauen in selbige zerstört (!) – was mich wiederum verstört und alles andere als beruhigt!

Ich frage mich, wie ernst wir dieser Tage die Politik noch nehmen können? Oder sollen? Anmerkung gestern von meinem Freund  S.: „Das Leben besteht aus Politik. Politik ist die Regelung aller Angelegenheiten in unserem Gemeinwesen. Es vergeht kein Tag ohne Politik und nichts beeinflusst unser Leben so wie die Politik.“ Das stimmt sicherlich, mit Ausnahme dessen, was die Natur regelt. Mir geht es jedenfalls wie Hildebrandt (s. o.) und deshalb hängt seit Jahren dieses Bild über meinem Schreibtisch:

Ringelnatz-Humor-SM

Vergrößern. Die Politik ist nun mal unser alltäglicher Begleiter und die von uns gewählten Politiker bestimmen über selbige. Allein wir entscheiden, wie wir mit ihr und ihnen umgehen. Von zustimmen über einmischen bis ignorieren ist alles opportun. Jeder hat das Recht zu einem gerade medial präsenten Thema nichts zu sagen. Zumal in den Medien oft an der Mehrheit vorbei diskutiert wird (aus der taz – sehr lesenswert). Daran muss sich niemand beteiligen und so das Thema wichtiger machen als es wirklich ist. Punkt! Das wollte ich nur mal angemerkt haben. Allerdings sollte jeder Demokrat unter uns dafür Sorge tragen, dass wir morgen noch welche sein können.

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„Zwei Fragen: was hast du geantwortet und wetten dass …?“

18. September 2018

Scharbeutz – Altweibersommer – Abendspaziergang an der Bucht

Gestern Abend. Das Telefon klingelt. Eigentlich habe ich nach einem ausgedehnten Spaziergang keine Lust mehr auf Konversation, sondern möchte lieber faul auf dem Sofa liegen. Uneigentlich schaue ich doch auf das Display. Es ist mein Journalistenfreund. Ich gehe ran.

„Moin.“
„Ja auch, nur schnell zwei Fragen: Erstens, was hast du geantwortet und zweitens wetten dass, dass Maaßen geht?“
Den zweiten Teil seiner Frage verstehe ich, den ersten nicht: „Wie, wem geantwortet?“
„Na dein Blogbeitrag von heute, was hast du deinem Balkonnachbarn geantwortet?“
„Ach so, das meinst du. Den habe ich gefragt, was er für eine Krankheit hat oder ob ihm die Sonne nicht bekommen ist? Dann bin ich rein. Und Maaßen, na ja, da magst du Recht haben.“
Triumphierend ertönt vom anderen Ende der Leitung: „Ich habe Recht! Das was die WELT heute berichtet, das ist alles inszeniert. Ich habe dir zwei Links geschickt.

Ich widerspreche besser nicht. Mein Freund ist ein alter erfahrener Haudegen und ich habe manches von ihm gelernt: „Schreibe keine Ironie, die versteht der Leser nie“ hat er mir gleich zu Beginn meines Blogger-Lebens eingetrichtert. Später hat er mir aufgezeigt, was alles so von Interessenvertretungen und Lobbyisten an die Medien lanciert wird. Beispielsweise wird – so mein Freund – meist dann über unsere angeblich so marode Bundeswehr berichtet, wenn Beratungen über den Wehretat anstehen. Und als in diesem Dürre-Sommer Ernteausfälle absehbar waren, hat er mir die Forderungen der Landwirte nach Hilfe vom Staat prophezeit. Richtig. Wenige Tage später meldete sich die Landwirtschaftskammer mit einer Milliardenforderung zu Wort. Ihr erinnert euch?

„Das Ergebnis vom Koalitionsgipfel morgen stand schon am Freitagabend fest. Merkel, Nahles und Seehofer haben zwar Stillschweigen vereinbart – aber was glaubst du denn, warum alle drei in den letzten Tagen behaupten konnten, die Koalition wird nicht wegen Maaßen scheitern? Der einzige Grund, warum die sich Freitag auf morgen vertagt haben, ist der CSU-Parteitag vom Wochenende und Seehofer wollte dort keine neue Baustelle. So, und das haben die an die WELT durchstechen lassen und die berichtet nun häppchenweise. Und wer ist die WELT? Springer! Und wer ist Springer? BILD! Und was schreibt BILD: Merkel dementiert den WELT-Bericht nicht! Ich wette mit dir um eine Kiste Härke, dass ich Recht habe!“
„Aber Seehofer hat doch Maaßen sein Vertrauen ausgesprochen“
, wende ich ein.
„Na und? Ein Umfrageergebnis später kapiert auch Seehofer, dass seine krawallige Art selbst bei den Bayern nicht ankommt. Also macht er auf Wendehals und wird sich morgen als großer Einiger präsentieren, dem es zu verdanken ist, dass die Koalition hält. Und Maaßen wird sich in der Rolle des Bauernopfers zu gefallen wissen. Glaub’s mir.“
„Ja, ja. Und am Ende hat BILD Maaßen absichtlich in eine Falle gelockt, um ihn durch Suggestivfragen zu seiner Antwort zu verleiten – wohlwissend, was danach passiert. Wahrscheinlich stammt die Idee dazu aus dem Kanzleramt!“
leite ich das Ende unseres Gesprächs mit einem ironischen Unterton ein.
„Wer weiß? Auszuschließen ist nichts!“

Das Gespräch ist beendet. Die Tagesschau berichtet über das, was die WELT schreibt. Allein die Kommentatorin ist skeptisch. Heute ist Dienstag. Keine (Online)-Zeitung hat das Thema ausgelassen. Damit wissen nun auch alle Nicht-WELT-und-BILD-Leser: Maaßen wird gehen. Wird er es? Und ich frage mich heute Morgen eins: „Haben wir nicht wichtigere Themen, als über den Abgang eines politischen Beamten zu debattieren?“

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Balkongespräche – oder warum man auf Handwerker warten muss …

17. September 2018

Balkonaussicht

Wenn Mann in einem Haus wohnt, wo andere Urlaub machen, dann lernt Mann Leute kennen. Beispielsweise können Balkongespräche sehr interessant sein, müssen sie aber nicht: Wenn ein FeWo-Mieter zu viel Sonne abbekommen hat, jedenfalls nicht nur äußerlich braun ist, dann kann Mann so ein Gespräch auch als äußerst frustrierend empfinden.

Ich hatte solch ein Gespräch fast vergessen, als ich heute auf SPON vom Fachkräftemangel in Deutschland lese. Stimmt – auch ganz aktuell: Versuche heute mal einen Installateur zu kriegen. Wartezeit eine Woche – es geht um ihre dauerlaufende Spülarmatur, die sie seit gestern nur noch durch das Schließen des Wohnungsanschlusses abstellen kann:

WA-Installateur-180917b

Ihre Vermieterin hat sich alle Mühe gegeben, aber schneller ging’s nicht. Mann kann’s nicht ändern 😉 Aber Mann weiß nun, wo Mann am nächsten Montag um 10 zu sein hat und was Mann vorher noch besorgen muss.

Zurück auf meinen Balkon. Vor zwei oder drei Wochen. Nebenan macht ein älteres Ehepaar Urlaub. Wie jeden Morgen stehe ich auf meinem Balkon, Pott Kaffee links, Morgenzigarette rechts. Mein Ritual um gut in den Tag zu starten. Der ältere Mann von nebenan, braungebrannt und grau bekleidet, tritt auf seinen Balkon, begrüßt mich und erzählt mir unaufgefordert, wie schön es hier doch ist: „Keine Neger und Zigeuner, hier ist noch alles deutsch wie man’s sich wünscht.“ Ich verschlucke mich am Kaffee! „Was ist der denn für einer? Und was glaubt er, wer in den Restaurants das Geschirr abwäscht und wer in den Hotels die Zimmer sauber macht?“ – denke ich mir und sage stattdessen: „Das heißt nicht Neger und Zigeuner. Diese Begriffe gelten als rassistisch und diskriminierend. Wir sagen Schwarze oder Afrikaner und Sinti und Roma.“

Er guckt mich verdutzt an. „Ach so“, um sofort wieder in seinen Jargon zu verfallen: „Aber son Neger kommt mir nich ins Haus. Als im Winter unser Heißwasserboiler kaputtgange war, kam der Meister erst nach ner Woch und brachte dann auch noch nen Neger als Auszubildenden mit! Nix, den hab ich natürlich nich ins Haus gelasse. Wer weiß, was der an Krankheiten hat? Der Meister ist dann zwar auch nich nei gekomme, aber nach noch ner Woch mit kaltem Wasser kam en anderer Meister und hat’s gerichtet.“ Absatz – das lasse ich unkommentiert so stehen.

Unser SH-MP Günther (der mit den Aufgaben gewachsen ist) hat neulich in einem Interview gesagt: „Abschiebungen treffen oft auch die Falschen“. Oh wie Recht er doch hat. Und andere, die Mann gerne auf den sprichwörtlichen Mond schießen möchte, die bleiben uns erhalten. Und wir sollten froh über jeden Handwerker sein, und solche, die das Handwerk erlernen (wollen)! Das gilt auch für den Pflegebereich usw. usw.! Der Bedarf ist da.

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