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Die Irreführung – oder: „Wie dumm sind wir?“

26. November 2016

Volk_dumm

Es ist irre, was die Medien täglich präsentieren – und so zur Meinungsbildung beitragen. Zumindest im Unterbewusstsein – und das kann einen in die Irre führen. Wer kann sich dem verschließen? Im Grunde war das schon immer so, nur hat in den letzten Jahren eine Verlagerung in die Online-Medien stattgefunden. Darum ist Facebook heute einer der reichsten Konzerne der Welt. Vor sechs Wochen habe ich Bob Dylan aus einem Interview 2001 zitiert: „In den Medien wird nichts präsentiert, ohne dass jemand hinter den Kulissen Geld damit macht.“ Der US-Ökonom Dennis Snower drückte es vor zwei Wochen in einem Interview anders aus: „… die amerikanischen Medien haben viel dazu beigetragen, dass es so weit (Wahlsieg Trump) kommen konnte. Es gibt dort eine Sucht nach Konflikt, nach immer neuen Skandalen. Das hat dazu geführt, dass Trump sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat und dass es überhaupt nicht um die politischen Inhalte ging.“

Weil das alles so ist wie es ist und die Resultate so sind wie sie sind, meinte vor einer Woche der Politikwissenschaftler Herfried Münkler in einem Interview: Siehe Bild oben. In seiner Kolumne schrieb Sascha Lobo dazu: „Interessanterweise würden ebenso ‚große Teile des Volkes‘ dem gleichzeitig zustimmen und sich beleidigt fühlen.“

Was sagt uns das?

Hoeneß-108-Neinstimmen

Auf alle Fälle sollten wir genau lesen, besser zweimal hinschauen und nicht nur die Überschriften überfliegen. Die können sinnverkürzend (siehe beide Bilder oben) oder sinnentstellend sein.

„108 Nein-Stimmen für Hoeneß“  gestern bei der Wahl zum FC-Bayern-Präsidenten klingt erst einmal nach viel, aber beim zweiten Hinschauen erkennt der geneigte Leser, dass das ein Wahlergebnis wie zu besten DDR-Zeiten ist. Doch wer will das noch wissen?

Meinung-Tatsachen-500

So weit die Theorie, die Praxis sieht – leider – anders aus. Das gilt m. E. auch für WordPress & Co.: Ein Blick auf die Überschriften und bestenfalls ist der „Gefällt mir“ Button schnell geklickt, aber wird auch gelesen? Zweifel sind angebracht. Irgendwie passt dazu, dass nun auch die beiden letzten Schreiber aus meiner Blog-Anfangszeit (im LiveSpace) scheinbar aufgehört haben zu bloggen. Warum wohl?

Nr. 463 ^.^

#R2G, oder die Sonne geht immer noch auf

19. November 2016

Samstagmorgen. Ok, es ist fast Mittag, aber für mich noch Morgen, weil ich erst weit nach Mitternacht zuhause war. Dann ausschlafen ist schön. Der Frühstückskaffee in der strahlenden Mittagssonne auch.

Das rot-rot-grüne Rathaus in Berlin

Das rot-rot-grüne Rathaus in Berlin

Mir fallen Gesprächsfetzen vom gestrigen Abend ein: „Nun haben die in Berlin Rot-Rot-Grün. R2G. Na ja, die müssen ja damit leben.“ Ich habe nur meine Augenbrauen hochgezogen und erwidert: „In Thüringen gibt es schon seit über zwei Jahren R2G – und die Sonne geht immer noch auf!“ Gespräch beendet.

Was soll man auch großartig über das Thema „Regierungskoalitionen“ diskutieren? Wie oft wurde schon nach neuen Konstellationen (Rot-Grün in Hessen, Grün-Rot in BaWü, usw.) von diversen Medien so etwas wie der „Weltuntergang“ prophezeit? Genau, oft genug. Und was ist passiert? Nix, die Sonne geht immer noch auf. Auch seitdem feststeht, dass „Onkel Dom“ neuer US-Präsident wird. So wundert es mich nicht, dass nach einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Umfrage viele Bürger an der Glaubwürdigkeit der Medien zweifeln (-> Zeit-Artikel v. 17. Nov.).

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Noch-Präsident Obama hat in seiner Athener-Vermächtnisrede am Mittwoch diesen Satz gesagt: „In einer Demokratie ist es möglich, frühere Fehler zu korrigieren – ob es sich nun um Gesetze oder Wahlen handelt.“ Genau – und diese „Korrekturmöglichkeit“ müssen wir uns bewahren – mit dem Respekt vor denjenigen, die keinen Anlass zum Korrigieren sehen und durch Medien verbreitete Meinungen nicht immer oder gar keinen Glauben schenken.

Die Sonne scheint. Immer noch.
Deshalb gehe ich jetzt raus und genieße es.
Schönes Wochenende!

Nr. 462 ^.^

Stimmen aus dem Untergrund [#Obama]

18. November 2016

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Nun ist er weg. Obama. Heute aus Berlin, in zwei Monaten aus dem Weißen Haus. Das wird dann
„Onkel Dom’s Hütte“ heißen. „Damit ist er mir neben Bill Clinton … einer der liebsten USA-Präsidenten seit J. F. Kennedy“, schrieb ich hier vor vier Jahren. Dabei bleibe ich, auch wenn seine achtjährige Regierungszeit Schattenseiten aufweist.

Prof. Dietmar Herz schrieb vor ein paar Tagen auf  „WortMelder“:

Er war (ist) einer der besseren Präsidenten der Nachkriegszeit – alles in allem vielleicht seit Harry Truman der beste.

Misst man die Präsidentschaft Obamas an seinen Ansprüchen, so ist er mit seiner Politik gescheitert. Betrachtet und analysiert man diese Politik in ihren Facetten und bezogen auf einzelne Politikfelder, so war er durchaus erfolgreich.

Der Analyse von Prof. Herz (-> KLICK) stimme ich im Großen und Ganzen zu. Ein lesenswerter, nüchtern-sachlicher Beitrag über die Amtszeit von US-Präsident Obama. Und wer (wie Obama) Versprechen nicht einhält bzw. einhalten kann, ist nicht automatisch ein Populist. Ich bleibe bei der Schröder-Definition in der Zeit v. 17.02.2000: „Von Populismus sollte man sprechen, wenn mit Vorurteilen gespielt wird, wenn Tatbestände verfälscht werden, um die Leute emotional zu erreichen. Nicht aber, wenn man sagt, dass der Staat für … sorgen muss.

Im Fotoblog: Pete Souza – the official Obama Photographer

Nr. 461  obama-peace-gif

Sprüche aus dem Kinderzimmer (#Onkel_Don)

12. November 2016

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Tag vier der neuen Zeitrechnung mit „Onkel Don“: Es wird zwar noch ein paar Wochen dauern, bis „Onkel Don“ in seine Hütte einzieht, aber allmählich wird bekannt, was er danach vorhat:

  • Entgegen bisherigen Versprechen wird „Onkel Don“ das Coca-Cola-Geheimrezept NICHT öffentlich machen (können dürfen).
  • Alle „Onkel-Don-Liker“, die wenigstens einmal am Tag in den Social-Medias „Onkel Don“ huldigen, werden jährlich am 9/11 11/9 in „Onkel Dons Hütte“ zum großen Turkeyessen eingeladen.
  • Das Adjektiv „postfaktisch“ soll aus den Wörterbüchern verschwinden, über die Streichung des Synonyms „populistisch“ wird noch diskutiert. Das Substantiv „Versprechenversprecher“ soll als Ersatz gelten. Also heißt es nicht mehr: „Onkel Don hat einen postfaktischen oder populistischen Politikstil“, sondern „Onkel Dons Politikstil beinhaltet viele Versprechenversprecher.“ Ich frage euch, wer hat sich nicht schon mal versprochen? Also!

Schönes Wochenende !   onkel-don-america-first-smiley-50   (Nr. 460)

Der 9. November (#USWahl2016)

9. November 2016

Der 9. November ist ein geschichtsträchtiger Tag:

  • 1918 Novemberrevolution: Reichskanzler Max von Baden verkündet die Abdankung von Kaiser Wilhelm II.
  • 1923 der Hitler-Ludendorff-Putsch wird in München blutig niedergeschlagen.
  • 1938 Pogromnacht: Im Deutschen Reich kommt es reichsweit zu organisierten Übergriffen gegen Juden.
  • 1989 Fall der Berliner Mauer, die Grenze DDR/BRD wird geöffnet.
  • 2016 sind die Stimmen der US-Präsidentschaftswahl ausgezählt, der Populist und erklärte Establishment-Gegner Donald Trump hat gewonnen und wird der neue Präsident werden.

Trump - das unfassbare passiert -161109-ntv600

Ich sag‘ mal …: „Die US-Amerikaner – und damit auch wir als der Rest der Welt – haben Reagen und die Bushs überlebt, dann werden wir auch Trump überleben.“

Zwei Tweets von heute Morgen bringen es für mich auf den Punkt und stehen für viele andere:

Tweet-USwahl2016-161109

Und nun? Fest steht jetzt schon, dass die Demoskopen – mal wieder – „höllisch“ daneben lagen. Zu vermuten ist, dass sich der Ton ändern wird, in den USA und der der USA mit dem Rest der Welt. Abzuwarten bleibt, was der neue (45.) Präsident Trump von seinen Vorhaben durch die Gremien kriegt. Ich erinnere daran, dass auch der noch amtierende Präsident Obama vieles wollte, dafür aber keine Mehrheiten fand. Man nennt ihn deshalb auch den „Unvollendeten“. Und sicher ist, dass das westliche Politik-Establishment spätestens seit heute weiß, dass nichts sicher ist, was man gestern noch sicher wähnte. Weder in den USA noch in Europa – siehe Brexit.

Morgen ist der 10. November und das Leben geht weiter wlEmoticon-winkingsmile.png  (Nr. 459)

„Funkstille“ – by Christine

2. November 2016

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Ich habe heute Vormittag mal Zeit. Zeit um mich durch diverse Blogs zu klicken. Bei Christine lese ich „Funkstille“, ein Moment im Leben ohne Smartphone. Ich muss grinsen und denke an eine Unterhaltung gestern Nachmittag mit meinem dreizehnjährigen „Spezi“:

„Herr Meier, bei uns ist das Internet kaputt …“

„Hat etwa einer das Internet gelöscht?“ unterbrach ich ihn augenzwinkernd.

„Neiiin. Draußen ist die Leitung kaputt, hat ein Bagger gekappt. Die sagen, das geht morgen erst wieder. Können sie über ihr Smartphone mal ein WLAN mit Internetfreigabe einrichten, ich will mir ein Spiel laden …“

„NEIN!“ Knappe, deutliche Ansagen erleichtern das Leben mitunter. Undiskutierbar.

„Och menno, das ist doch doof, ich bin völlig von der Außenwelt abgeschnitten, kein WhatsApp, kein …“

„Brauchst du jetzt eine Dose Mitleid? Eine Halbliter-Dose oder reicht ein Drittelliter?“

So ist das Leben: Manchmal hart und ungerecht. Wobei die Beurteilung eine Sache der Betroffenen ist. Was der eine als ein „menschliches Drama“ empfindet, für das hat der andere nur ein Achselzucken übrig. So fragt Christine auch am Ende: „Wie ergeht es Euch mit den digitalen Medien? Wird es Euch manchmal zu viel?“

Ich sag‘ mal …: Langjährige Leser meines Blogs wissen, dass ich zur Jahresmitte immer mein persönliches „Sommerloch“, sprich eine mehrwöchige Pause einlege; bei Facebook habe ich mich schon vor Jahren wegen deren Datensammelwut abgemeldet und die Erreichbarkeit übers Smartphone ist auch eingeschränkt. Schon vor Jahren habe ich mir ein Zweitgerät zugelegt, dessen Nummer (für Notfälle) nur eine handvoll Leute kennen. Und das Gerät nutze ich immer öfter ….

Aber nun will ich das Internet mal weiter „funken lassen“ und mich weiter durch die Blogs klicken …

Nr. 458 ^.^

Sprüche aus dem Kanzleramt [Wahlkampf in den USA]

1. November 2016

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Heute Vormittag fragte mich ein Bekannter, ein Neuseeländer, ob ich das mit dem Wahlkampf in Amerika (USA) als normal empfinde? Gleich schob er hinterher, dass er sich das mit den gegenseitigen massiven Anfeindungen in Neuseeland so nicht vorstellen kann. Meine Antwort? Egal, jeder von euch hat sicher seine eigene Meinung dazu, da tut meine nichts mehr zur Sache. Nur so viel: Ich wünsche mir solche Verhältnisse in Deutschland nicht! Ganz besonders nicht die enormen Wahlkampfspenden. 2 Mrd. $ sollen es in diesem Jahr gewesen sein. Wie groß ist der Einfluss der Spender nach der Wahl? Ist das der „Ausverkauf der Demokratie“, wie heute Johannes Kuhn aus New Orleans in der SZ meinte?

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Nr. 457 ^.^

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