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Moin Leute!

18. Juni 2017

Gruesse_von_Herrn_Bechterew

An dieser Stelle nur ein kurzer Zwischenruf:

Nein, ich bin nicht irgendwo verschütt gegangen oder komme wegen „Jamaika“ nicht mehr aus dem Feiern raus, mich hat auch niemand beim fehmarnschen Bulli-Treffen zu einer längeren Bulli-Reise eingeladen, nein, nichts von dem, sondern ich habe Besuch vom Herrn Bechterew. Und der Blödmann meint, nur weil er ein bisschen HEXAL-Morphin mitgebracht hat, ein bisschen länger bleiben zu können. Das passt mir zwar gar nicht, aber ich kann ihn auch nicht so einfach rausschmeißen.

Ich hoffe, dass ich bald wieder mehr als ein paar Minuten Zeit habe, hier zu schreiben. Apropos „Zeit“: Wenn noch jemand Zeit hat, für den Fotowettbewerb ein paar Bilder einzusenden, der soll es noch tun. Bisher sind es erst drei.

Also bis später …, mein Besuch ruft 😦

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„Ich gehöre nicht dazu“

11. Juni 2017

Gestern wurde die „Verschlossene Auster“ verliehen. Nein, das ist keine essbare Meeresfrucht, sondern der Negativpreis von „Netzwerk Recherche“*. Preisträger 2017 ist die Regenbogenpresse („Yellow-Press“). In der Begründung heißt es:

Die Preisträger untergraben durch ihre umstrittene Form des Journalismus das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien mit irreführenden Schlagzeilen, falschen oder erfundenen Texten, fehlenden Nachfragen bei den Betroffenen, Manipulationen von Fotos und nicht selten der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.

Quelle-Twitter-NeuePost

Quelle: Twitter. Bild ist damit verlinkt.

Viele Leser werden reflexartig antworten: „Ehrlich, das gibt es? Nein, so etwas lese ich nicht! Ich bin doch keinen Voyeur. Was interessieren mich die Privatangelegenheiten von irgendwelchen Promis? Ich gehöre nicht dazu.“ Hm?! Anderseits schreibt die mitausgezeichnete Bauer-Media-Group („Neue Post“ u. a.) in einer Stellungnahme:

Rund 15 Millionen Deutsche lesen Woche für Woche Yellow-Titel. Leserinnen und Leser machen dieses Segment somit zu einem der größten und erfolgreichsten im Land. Wir nehmen unsere Leserinnen und Leser ernst, verstehen ihre Wünsche und bedienen professionell ihre Bedürfnisse nach gut gemachter Unterhaltung.

Wie jetzt? Das erinnert mich an einen alten Spruch über die BILD: „Keiner kauft sie, aber jeder weiß, was drin steht!“ So ist das wohl, Menschen interessieren sich für Menschen. Ich sag‘ mal:

Wenn sich die Menschen doch gleichermaßen auch für die wichtigen Dinge des täglichen und zukünftigen Seins interessieren würden ….

* Netzwerk Recherche ist ein von Journalisten gegründeter Verein, um die journalistische Recherche und den Qualitätsjournalismus in Deutschland zu stärken. Leider gilt meist, dass sich hauptsächlich mit der schnellen Meldung Geld verdienen lässt – oder eben mit der voyeuristischen.

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Frohe Pfingsten

4. Juni 2017

170602-011-Schbtz

Ich will nur mal fix grüßen und frohe Pfingsttage wünschen.
Bis gestern hatten wir schönstes „Baywatch-Wetter“ und (nicht nur) unsere Ehrenamtlichen von der DLRG konnten es sich gut gehen lassen. Heute Morgen hat’s pünktlich zu Pfingsten angefangen zu regnen. Das freut wiederum die Bauern. Und deshalb sitze ich auch gerade am Büro-PC und nicht am Strand. Also hat jeder was – ich hoffe für euch ist auch was dabei 😉

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2. Juni 1967 – Erinnerung an Benno O.

2. Juni 2017

Zeitgeschichte-1967-06-02-Benno-Ohnsorg-Friederike-Hausmann

Damals, vor 50 Jahren, war ich zwar alt genug um mitzukriegen, dass „etwas Fürchterliches“ passiert war – ein Mann war während einer Demonstration in Berlin von einem Polizisten erschossen worden – aber „warum“, die Zusammenhänge, habe ich nicht verstanden.

Erst Jahre später, als ich häufig mit Leuten zusammen war, die später als die „68er-Generation“ in die Geschichte eingehen sollte, wurde mir vieles klar. Auch, dass der folgende Prozess gegen den Todesschützen damals eine Farce war.

Heute liest sich die Geschichte so:
Am 2. Juni 1967 wurde der damals 26-jährige Student Benno Ohnesorg bei der Teilnahme an einer Demonstration gegen den Staatsbesuch des iranischen Schah Reza Pahlavi erschossen. Erschossen von dem später als Stasi-Spitzel enttarnten Polizisten Kurras. Der wurde für seine Tat nachweislich mit Hilfe von Falschaussagen und erheblichen polizeilichen Manipulationen nie zur Verantwortung gezogen. Das trug erheblich zur Ausweitung und teilweisen Radikalisierung der westdeutschen Studentenbewegung bei. Wir dürfen heute behaupten, dass der 2. Juni 1967, der Tod von Benno Ohnesorg, weitreichende gesellschaftspolitische Veränderungen in Deutschland zur Folge hatte.

Am 8. Juni wurde Ohnesorg auf dem Landweg in seine Geburtsstadt Hannover überführt. Hunderte Pkw begleiteten den Sarg und die DDR verzichtete auf die sonst üblichen Kontrollen und Transitgebühren. Der Überlieferung nach soll der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer bei der Verabschiedung in Berlin folgendes in seiner Ansprache gesagt haben:

Benno Ohnesorgs Leidenschaft galt dem Frieden. Als er sich von seiner Frau trennte und hinüber zur Krummen Straße ging, war es vielleicht sein Impuls, einem Misshandelten zu helfen, der ihn sein Leben kostete. Nehmt diesen ersten unkontrollierten Konvoi seit Kriegsende als Zeichen der Verheißung für ein künftiges friedliches Deutschland, in dem man wieder, ungehindert durch Autobahngebühren, Stacheldrähte und Mauern, frei hin und herfahren kann.

Das sind Sätze, über die man heute trefflich sinnieren kann …, „Verheißung für ein künftiges friedliches Deutschland, in dem man wieder ungehindert frei hin und herfahren kann.“

Das Foto ist eines der Zeitgeschichte. Unmittelbar nach der Tat aufgenommen wurde es zum Sinnbild der Studentenproteste. Die Frau, die sich über den sterbenden Studenten Benno Ohnesorg beugte und seinen Kopf hält, ist Friederike Dollinger, heute Hausmann: Interview in der SZ aus dem Mai 2009

Nr. 510

#Onkel_Don und J-P Sartre

30. Mai 2017

Jetzt wird Onkel Don böse:

Tweet-Trump-Germany-170530

Wie so oft verbreitete Trump heute seine Botschaft in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) via Twitter. Wörtlich schrieb er. „Wir haben ein gewaltiges Handelsdefizit mit Deutschland, und sie zahlen viel weniger für die Nato und das Militär. Sehr schlecht für die Vereinigten Staaten. Das wird sich ändern.“

Mit Onkel Don noch im Hinterkopf lese ich bei  Dr. Gerhard Mersmann über Jean-Paul Sartre, dem großen französischen Philosophen: Sartres Diktum. Drei Sätze sind sofort bei mir hängen geblieben:

„Es kommt nicht darauf an, was man aus uns gemacht hat, sondern darauf, was wir aus dem machen, was man aus uns gemacht hat.“ … In dem wir das, was man aus uns gemacht hat, annehmen und es so formen, wie wir es wollen, überwinden wir die Ideologie der subjektiven Passivität. Sartre drückte das Ganze … noch prägnanter aus: „Das Sein ist etwas zu Leistendes.“

Ich komme nicht umhin, eine gedankliche Verbindung dessen zu Onkel Dom herzustellen … – und auch zu Merkels „Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen.“ 

Ich sag‘ mal so …: „Der Mensch kann nichts wollen, wenn er nicht zunächst begriffen hat, dass er auf nichts anderes als auf sich selber zählen kann, dass er allein ist, verlassen auf der Erde inmitten seiner unendlichen Verantwortlichkeiten ….“ Das ist auch von J-P Sartre – und nach dem Wollen kommt in der konsequenten Umsetzung dessen bekanntlich das Leisten: Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen – packen wir es an!

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Brüssel, Taormina – München-Trudering

29. Mai 2017

Was haben diese drei Orte gemeinsam? In den letzten Tagen war Kanzlerin Merkel dort zu Gast: EU, Nato, G 7 (bzw. G 6 + 1) – bayrisches Bierzelt. Es darf bezweifelt werden, dass sie dort in „seliger Bierlaune“ war, als sie auf einer CSU-Veranstaltung diese bemerkenswerte Sätze sprach, die Stunden später in allen wichtigen Medien global die Runde machten:

Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt. Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen.

Na denn, Prost!

Tw-NYT-170529-Merkel

NYT zitierte den Direktor des Chicago Council on Global Affairs, Ivo H. Daalder: „Dies scheint das Ende einer Ära zu sein, einer, in der die USA führten und Europa folgte.“

Mein erster Gedanke war: „Onkel Don macht unfreiwillig Wahlkampf für Merkel.“

Gut. In allen möglichen Medien ist viel über „Brüssel, Taormina – München-Trudering“ zu lesen. Da wird kommentiert, interpretiert – aber nur im britischen Economist

Economist-Merkel

habe ich es so deutlich gelesen: „Der Hauptempfänger der Merkelschen Bierzelt-Botschaft ist weniger die USA, oder das den Brexit planende Vereinigte Königreich, sondern der deutschen Wähler. Was in diesen beiden Ländern derzeit vorgeht, macht es selbst für so freundliche Regierungschefs wie Merkel nicht nur möglich, sondern auch in Hinsicht auf die Wahl lohnend, wichtige Partner in der Öffentlichkeit anzugreifen.“

Ungewollte Wahlkampfhilfe für Merkel von außerhalb also. „Warum, wieso?“ Na ja, siehe oben, erster Absatz. Wenn wir uns nicht mehr „auf andere völlig verlassen können“ und „unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen müssen“, dann brauchen wir dafür einen erfahrenen Politiker. Oder eben eine erfahrene Politikerin – so eine wie Kanzlerin Merkel. Ernte ich Widerspruch? Hat Merkel übertrieben? Ist es so schlimm doch nicht?

Ich sag mal …: „Unbestritten haben wir Deutschen unseren Wohlstand einer Welt zu verdanken, die so war, wie sie war. Nach dem Brexit und mit Trump muss vieles neu geordnet werden. Die Frage ist, wem wir das bei uns am besten zutrauen? Die Antwort ist wichtig, denn einige ebenso wichtige nationalen Themen würden ins Leere laufen, wenn unsere Wirtschaft nicht mehr so wie bisher funktionieren sollte. Ich ahne die mehrheitliche Antwort von uns Deutschen …, Stichwort ‚Pragmatismus statt Ideologien‚ – also keine Zeit für Experimente!“

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Mal fix drei Tweets

28. Mai 2017

Tw-Berg-DFB-Finale-Fischer-Presse

Gestern Abend war das DFB-Pokal-Finale. Glückwunsch an den BVB. Dieser Daniel-Berg-Tweet ist von gestern Nachmittag (Bild ist verlinkt): Presse-Humor 😉

Tw-SM-Barefoot-LN

Am Wochenende war in Timmendorfer Strand die Einweihung des „Til-Schweiger-Barefoot- Hotels“. Aber – es wurde vielfach falsch berichtet – das Hotel gehört nicht Til Schweiger (Bild ist mit dem LN-Artikel verlinkt). Dennoch: Wenn man weiß, welchen altbackenen Charme das Hotel vorher versprühte, dann ist das neue Barefoot „inspiriert vom unkomplizierten Lebensgefühl der amerikanischen Ostküste“ ein absoluter Gewinn. Man könnte auch sagen: „inspiriert vom unkomplizierten Lebensgefühl der holsteinischen Ostseeküste“. 😉

Tw-Postillon-Fischstaebchenaussterben

Diese Meldung des Postillon sollte zu denken geben: Wie wollen wir das unseren Kindern erklären (Bild ist mit dem Artikel verlinkt)? 😉

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